#21

Amsel

Bad Mergentheim, Deutschland

Danke, die meisten kamen mir bekannt vor 😃 ich denke die habe ich irgendwann mal gemacht...

Am Dienstag kommt die Pflegekraft vom MDK. Jetzt heißt es Papiere rauskramen.

 

 

 

Dann weiter machen - regelmässig. Möglichst täglich. Und Du brauchst einen langen Atem. Aber da es heutzutage so viele nette PC-Spiele gibt, sollte das doch eigentlich kein Problem sein. Mahjong fällt mir dazu auch noch ein - im Grunde jedes gute Gesellschaftsspiel. Selbst Puzzels sind hilfreich.

 

Zur Vorbereitung für den MDK Pflegegrade im Überblick » Pflegegradrechner, Geld & Leistungen | pflege.de (ich habe das gerade selbst mit den Einschränkungen meines Mannes durchgespielt und komme auf das Ergebnis dass er hat - Es lohnt, die Fragezeichen (Erklärungen) der einzelnen Punkte durchzulesen. Nicht alles ist selbsterklärend.

Gerade kognitive und sprachliche Einschränkungen werden auch heutzutage noch gerne mal gering bewertet.. es lohnt also sich hier mental vorzubereiten.

 

#22

Liebelise

Münztal, Deutschland

Hei Zusammen, hallo Calendula, 

 

ich muss sagen ich bin schockiert von dem was du nach deinen Erfahrungen berichtest. 

 

Wir hatten ebenso vor ein paar Monaten solch einen Schicksalsfall in der Familie & sind nun am überlegen wie es nach der Zeit im Krankenhaus weitergeht. Ich bin mit meinem Job komplett ausgelastet. Genauso wie mein Mann. Daher werden wir es nicht schaffen die 24h Betreuung zu übernehmen, aber nach dem was du erzählst, fällt für mich die Option Heim komplett raus. Wie du auch schon sagtest, wäre es für uns auch schwierig regelmäßig dahin zu fahren. Gerade da die Fahrt bei uns 55 min dauern würde. Damit wäre ein spontanes Vorbeischauen kaum möglich.

 

Die einzige Option die wir aktuell in Betracht ziehen, ist eine 24h-Betreuung für zuhause. Ich finde das bietet einige Vorteile und habe auch einige positive Meinungen von Betroffenen gehört. Hat einer von Euch mit einer Betreuung von zuhause bereits Erfahrungen gesammelt? Wäre super, wenn Ihr mir die mitteilen würdet. Danke!!

#23

Calendula

Trier, Deutschland

Hallo @Liebelise,

wie ist es euch inzwischen ergangen? Habt ihr eine gute Lösung gefunden?

 

Meine Mutter ist inzwischen in einem anderen Heim. Sie war ca. 6 Wochen übergangsweise in der Intensiv-Pflege-WG, was uns ca. 17.000 Euro für die Pflege und 500 Euro für die Miete des Zimmers gekostet hat, plus die ganzen Sachen (Essen, Wasser, Pflegemittel...), die man noch selbst hinbringen musste. Es sieht jetzt aber so aus, als würde die Krankenkasse die 17.000 Euro übernehmen, ging aber natürlich nur mit Anwalt. Mich hat die Kranken-/Pflegekasse wochenlang ja nur wie ein Tanzbär im Kreis rumgeführt.

Dann endlich kam der Anruf, dass ein Heim einen Platz frei hatte. Dort ist meine Mutter inzwischen seit einigen Wochen und ich muss sagen, es ist wirklich ein deutlicher Unterschied zum ersten Heim. Hier wurde von Anfang an viel mit mir kommuniziert, der Einzug wurde vorbereitet und es war direkt Personal für uns ansprechbar, als wir mit der Mama ankamen. Es wurde gleich alles mit mir durchgesprochen (Medikamente etc.) und wenn irgendwas fehlt, ruft man mich an.

Irgendwie sind dort auch generell viel mehr Pflegekräfte auf der Station und zwar auch ausgebildete, nicht solche armen, überforderten Mädels wie im ersten Heim. Nach drei Tagen hat man mich schon mit meinem Namen begrüßt, wenn ich da aus dem Aufzug kam. Die wichtigsten Gesichter kenne ich inzwischen und ich weiß, wer zuständig ist und an wen ich mich wenden kann. Das war ja alles im ersten Heim überhaupt nicht so und wir standen von Anfang an ganz allein da auf weiter Flur.

 

Leider ist die Pflege meiner Mutter wirklich schwierig. Es geht sehr auf und ab mit ihr, z. B. hat sie jetzt eine Phase gehabt und einfach mal fast zwei Wochen lang sämtliche Medikamente verweigert. Oral ging nicht mehr und über die Magensonde ging plötzlich auch nicht mehr, weil sie niemanden mehr da rangelassen hat. Entsprechend hat sie plötzlich wieder nur noch geweint und geschrien, ich nehme an, sie hatte einfach massiv Schmerzen, da sie ja einiges an Schmerzmitteln und z.B. auch für die Verdauung bekommt, was ja dann alles wegfiel.

In solchen Situationen merke ich, dass sich die Pflegekräfte hier wirklich bemühen. Die haben alles Mögliche ausprobiert, haben mich auch direkt informiert, damit ich auch mal mit der Mama reden kann und so weiter. Inzwischen geht es wieder besser, sie nimmt die Medis und ist dadurch auch wieder besser drauf.
Die Pflegedienstleitung hat auch schon mehrfach Fachärzte kommen lassen, wenn akut was mit der Mama war. Ich hab hier einfach viel weniger Angst, dass sie einfach liegen gelassen wird und sich niemand kümmert, das ist schonmal eine deutliche Entlastung.

Auch außenrum wird viel mehr mit der Mama gemacht, trotz aller Mühen. Obwohl es immer schwierig ist, sie aus dem Bett zu holen, wird sie z. B. regelmäßig zum duschen rausgeholt. Man hat mir Bescheid gesagt, dass sie noch eine Nagelschere bräuchte... sowas wie Nägel schneiden hätte im vorigen Heim niemanden interessiert.
Da meine Mutter es immer nicht lange im Rollstuhl aushält, hat man uns auch angeboten, dass man sie für unseren Besuch mal rausholt, wenn wir uns vorher ankündigen. Ich hab sie bisher ja fast nur liegend erlebt und jetzt auch mal gesehen, wie aufwändig das Rein und Raus mit ihr ist. Trotzdem bieten die Pflegekräfte sowas von sich aus an, statt sie einfach im Bett liegen zu lassen und fertig.

 

Also ja, auch wenn hier im neuen Heim sicher auch nicht alles perfekt läuft, muss ich jetzt doch ganz erleichtert sagen, dass es wirklich Unterschiede gibt und nicht jedes Pflegeheim so grottenschlecht ist wie unser erstes. Je öfter ich die Mama erlebe, umso klarer wird mir auch, dass ich das hier zuhause wahrscheinlich auch wirklich nicht stemmen könnte, auch nicht mit Pflegedienst und Co.

Wir hoffen jetzt, dass sie vielleicht doch noch ein paar Fortschritte machen kann, leider stagniert sie ziemlich in allen Bereichen, aber das lag vielleicht auch daran, dass bisher einfach keine Kontinuität drin war durch die mehrmaligen Umzüge. Vor allem unter der fehlenden Sprache leidet sie sehr, sie kann immer noch überhaupt nichts selbst ausdrücken, keine Gegenstände benennen etc... das wäre schon schön, wenn da nochmal bisschen was zurückkäme. Aber ich will die Hoffnung noch nicht aufgeben.

 

Das mal so als kleines, vielleicht Mut machendes Update für alle, die in einer ähnlichen Lage sind.

 

Liebe Grüße,

Calendula


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Calendula« (15.09.2021, 09:01)
#24

extr3mersfrau

nrw, Deutschland

Moin liebe Candula!

Danke für Dein Update, und freue mich für Euch.

Verbesserung ist immer möglich, auch wenn es nur langsam geht. Mein Mann (und ich) leiden auch am meisten unter seiner

globalen Aphasie. Grundbedürfnisse (Hunger, Durst usw.) können wir noch kommunizieren, mehr geht nicht.

Was aber geht ist Musik. Mein Mann singt auch mit. Erst nuschelt er nur mit, dann kommen nach und nach ein paar Worte oder auch ganze Liedzeilen. Wir versuchen das auszubauen, während des Lockdown haben wir beide eben gesungen (nicht schön, aber laut...)

LG

#25

Etcetera

Basel, Schweiz

Guten Tag extr3mersfrau

Vielleicht interessiert das Dich/Euch:

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2009/singen-statt-sprechen-100.html

Liebe Grüsse
Christoph

#26

Amsel

Bad Mergentheim, Deutschland

Hallo Calendula,

es ist schön so gute Nachrichten zu lesen 🙂 ... und wenn bei Deiner Mutter so langsam Regelmässigkeit und Verlässlichkeit einkehrt, dann wird sie sich auch weiter entwickeln.

Was für Therapien erhält sie denn inzwischen und wie oft? Und... sind das nach wie vor die gleichen Therapeuten?

Der Hinweis von Christopher könnte auch für euch interessant sein. Singen ist in der Tat etwas, was immer ankommt. Selbst wenn der Patient nicht mit singen kann. Das ist auch etwas, was Du mit Deiner Mutter tun kannst. Mein Mann z.B. konnte alte Liedertexte mitsingen die im Nebenraum von einer Musikgruppe geträllert wurden, als er außer ja und nein nichts sprechen konnte. Mich hat das damals mehr als verblüfft. Da geht mehr als man denkt. Gut wäre es wenn Dir bekannt wäre welche Lieder Deine Mutter mochte. (alte Kinderlieder gehen m.E. immer)

Falls Du nicht täglich bei ihr sein kannst und falls es möglich ist, mit ihr regelmässig kurz zu telefonieren... meinst Du, ihr könnte ein telefonischer "Gute-Nacht-Gruss" garniert mit einem von Dir gesungenen

"Guten Abend, gut’ Nacht,
mit Rosen bedacht,
mit Näglein besteckt,
schlupf unter die Deck’:
Morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt.

Guten Abend, gut’ Nacht,
von Englein bewacht,
die zeigen im Traum
dir Christkindleins Baum.
Schlaf nun selig und süß,
schau im Traum ’s Paradies... "

gut tun? Vielleicht singt sie irgend wann mit wenn Du das regelmässig tust. Die erste Strophe sollte genügen. Oder hat Dir Deine Mutter in Deiner Kindheit irgend ein besonderes Lied gesungen, dann wäre das mein Lied der Wahl.

Die Kriterien wären für mich : Bekannter Text, sanfte Melodie, Gefühl und wenn machbar.. schöne Erinnerungen. Ich würde das aber nur anfangen, wenn es regelmässig möglich wäre. Es ginge mir auch ein Stück weit darum ein Ritual zu etablieren. 

Aber wie auch immer ihr weiter macht.. es liest sich so, als ob ihr auf einem guten Weg seid und auch Du mit der Entscheidung "Heim" Deinen Frieden gemacht hast.

Liebe Grüße

 

#27

extr3mersfrau

nrw, Deutschland

Guten Tag extr3mersfrau

Vielleicht interessiert das Dich/Euch:

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2009/singen-statt-sprechen-100.html

Liebe Grüsse
Christoph

 Jupp, den Beitrag kenne ich. Schon krass, was die Dame nach ein paar Tagen geschafft hat.

Ich hoffe, das wir es dieses Jahr noch schaffen, etwas mobiler zu werden. Wir haben letztes Jahr im Mai einen elektrischen

Stehrollstuhl beantragt, wir sind jetzt mit den Widerspruchsverfahren durch, als nächstes geht es vor das Sozialgericht.

Ist alles ziemlich langwierig.... aber ich möchte jetzt auch nicht einen fremden Thread kapern.

Candula, in dem Heim gibt bestimmt es auch eine Singgruppe. LG

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