#1

Maulwurf

Hamburg, Deutschland

Montag Tag der Op,er hat 2 Stens bekommen während oder kurz vorher hatte er einen leichten Schlaganfall. Bis Mittwoch konnte er kaum sprechen am Donnerstag hat er mit uns gesprochen konnte seine Beine bewegen, aber hat uns nicht erkannt, aber hat von uns erzählt und vom Urlaub gesprochen. Freitag hatte er einen 40 Minutigen Herzstillstand wurde erfolgreich wiederbelebt und ins künstliche Koma versetzt und runter gekühlt. Ab Samstag haben sie angefangen ihn wieder aus dem Koma zu holen. Am Mittwoch war er wieder aus dem Koma erwacht hat aber nur geschlafen. Am Donnerstag haben sie ihn einen Herzschrittmacher eingesetzt. Am Samstag hat er zumindest genickt und uns angeguckt. Die Ärzte sagten uns er wird seine Beine nie wieder bewegen können und hat auf beiden Seiten Rippenbrüche durch die Wiederbelebung. Daher kann er auch nicht gut atmen hatte die ganze Zeit einen Beatmungsschlauch. Dienstag( 2 Wochen nach der Op) haben sie ihnen einen Tubus( Trachealkanüle ) in die Luftröhre gesetzt damit er besser Atmen kann. Jetzt erkennt er uns überhaupt nicht mehr er guckt uns an, aber mehr nicht. Die Ärzte können uns nicht sagen ob sein Gehirn betroffen ist wovon sie ausgehen. Genau das wollte mein Vater nie. Er hat extra eine Patientenverfügung abgeben wo drinnen stand ( keine Widerbelebung, keine künstliche Beatmung, keine künstliche Ernährung). Sie haben alle diese 3 Dinge trotzdem gemacht, im Arztbrief steht sogar 6 Adrenalinspritzen. Zur Zeit sieht es so aus das er ein Pflegefall sein wird. Wir hoffen nun das er vielleicht in ein paar Tagen uns erkennt oder mal was sagt. Er wurde ja schließlich 3 Mal in Vollnarkose versetzt und ist schon 72 Jahre alt. Es macht mich so traurig ihn so zusehen. Meine Frage hatte es jemand und ist vielleicht vom Gehirn her wieder der alte gewiesen oder ist sein Gehirn jetzt komplett zerstört.

#2

Amsel

Bad Mergentheim, Deutschland

Lieber Maulwurf,

liegt denn die Patientenverfügung den Ärzten vor? Falls ja, wie positioniert ihr als Angehörige euch denn den Ärzten gegenüber? Einige Entscheidungen dürfen sie doch ohne die Zustimmung eines Betreuers doch gar nicht so ohne weiteres durchführen.

Ich fürchte, hier wird Dir niemand davon berichten können genau das Gleiche durchlebt zu haben wie Dein Vater. Und selbst die Ärzte werden ein Stück weit auf Schlussfolgerungen angewiesen sein. Mir sind Fälle bekannt, da war man optimistisch und das Ergebnis war schlechter als man prognostiziert hatte und ich kenne zwei Fälle (einer davon ist mein Mann), da ist das Gegenteil eingetroffen. Mir hat man z.B. nach 3 Therapietagen in der Reha gesagt, dass mein Mann ein Schwerstpflegefall werden wird und ich mich nach einem Pflegeheim umsehen soll. 6 Monate später kämpft mein Mann zwar noch sehr mit der Sprache und teilweise mit der Inkontinenz (von der man derzeit nicht sicher sagen kann was der Pfuscherei der Rehaklinik und was dem Schlaganfall geschuldet ist), hat aber ein gutes Wortverständnis, geht ohne Hilfsmittel (langsam und mit Schlurfen, aber sicher und immerhin inzwischen 1km), kann sich weitestgehend selbst anziehen und waschen und macht auch kognitiv gute Fortschritte. Eine Prognose wie das Endergebnis sein wird wagt dennoch niemand.

Tut mir leid, dass ich Dir nichts anderes schreiben kann. Mir ist bewusst, dass es für Angehörige schlimm ist, dass man nichts weiss.. und das über eine lange, lange Zeit hinweg. Mich hat das auch lange fast innerlich zerrissen und auch heute noch hadere ich manchmal damit.

 

 

 

#3

Maulwurf

Hamburg, Deutschland

Hallo,

leider ist mein Vater 4 Monate nach der Op verstorben.

Es gab immer wieder Lichtblicke,er hat mit uns gesprochen sogar. Sein Zustand war immer ein auf und ab.

Er ist sogar noch in die REHA gekommen dort hat man uns dann aber gesagt, es gibt keine Hoffnung mehr für ihn. Nach 2 Wochen in der REHA ist er eingeschlafen. Heute sagen wir uns hätten wir bloß NIE die Operation gemacht und er hätte vielleicht noch paar Jahre gelebt.

#4

Amsel

Bad Mergentheim, Deutschland

ich möchte Dir mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen, lieber Maulwurf und Dir und Deiner Familie viel Kraft in euren schweren Stunden wünschen.

Amsel

 

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