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Ich habe in den letzten Tagen immer wieder mit Angehörigen von Schlaganfallpatienten gesprochen. Als Angehöriger würde man sich leichter tun wenn man wüsste in welcher Phase des Genesungsprozesses sich der Betroffene gerade befindet. Doch da man als Angehöriger nur begleitend dabei sein kann würde ich mich freuen wenn sich jemand dazu melden könnte der sie selbst durchgemacht hat.

 

#2
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Hallo Bernd,

das ist genau so unterschiedlich, wie der Schlaganfall selbst, man kann das nicht pauschalieren. Aber ich will dir erzählen, wie es bei mir war und noch immer ist.

1. ich lebe, aber ich bin spastisch gelähmt.

2. ich kann endlich sitzen.

3. ich kann stehen.

4. ich mache den ersten Schritt

5. ich kann schon 10 Minuten frei stehen.

6. ich mache den 2. und 3. Schritt.

7. ich kann mich alleine umsetzen

8. ich kann alleine duschen und zum Klo

9. ich kann mich aus und anziehen- (T-Shirt und Jogginghose!)

10. ich habe eine Fahrstunde bestanden und einen Reaktionstest bewältigt.

11. der Führerschein wurde mir ausgestellt.

Ein Jahr war um und die stationäre Reha wurde beentet

12. die erste Ausfahrt mit meinem Auto, ein ganz wichtiger Punkt in meinem Leben!

13. ich bin aus dem Rollstuhl und schleppe mich mit dem Stock zum Auto, vom Auto ins Labor.

14. ich bin in meiner Firma wieder präsent.

15. im Haus lasse ich den Stock weg und ich kann eine Jean selber zuknöpfen, mit einem kleinen Trick. Meine Frau hat das Knopfloch erweitert.

16 ich brauche außer Haus auch den Stock nicht mehr, nur zur Sicherheit im Garten und über die Stufen beim Haus. Ich bin da ein paar mal gestürzt und konnte nicht mehr auf

17. Meine Therapeutin übte das Stürzen und das Aufstehen mit mir und ich verlor die Angst vor automatischen Türen im Supermarkt.

18. ich gehe alleine einkaufen und kann für mich selber kochen.

3 Jahre waren mit viel Therapie vorbei.

19, ich kann Mineralwasserflaschen alleine öffnen

20. Heute nach 15 Jahren, traue ich mir alles zu

Liebe Grüße Manfred

#3
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Hallo Bernd49

Es stimmt,dass die ereignisse,die erlebnisse,die fortschritte unterschiedlich sind ,das die phasen von allen beteiligten verschieden empfunden werden .

Ja,was fühlt man ? Wenn man das nicht äussern kann bleiben fast alle ziemlich allein mit ihren gefühlen und es wird schnell  ,ungewollt etwas in die geschehnisse hinein interpretiert.

Ich glaube das der betroffene auch einmal einen schlechten tag hat und seine mine verzieht,mal nicht üben will oder schmerzen hat und nicht erfreut sein wird solange er das nicht sagen kann,was los ist. Man sollte das natürlich nicht gleich als rückschritt betrachten,denn am nächten tag geht einiges wieder besser und es macht freude diese fortschritte wieder aufzugreifen und weiter zu machen.

Auf jeden fall ist man selber super stolz und glücklich ,wenn wieder etwas gelungen ist oder wenigstens besser gelingt.

Aber man kann auch super traurig sein wenn es nicht so geht wie man will und die anderen entteuscht sein werden das man heute nicht so mitmacht.

Zu dieser phase gehört es auch das man keinesfalls gedrängt werden möchte,nicht unter erfolgsdruck stehen will aber auch nicht wie ein kleinkind getröstet werden will.Soviel ich weis möchte das kaum einer,es deprimiert nur noch mehr.

Kurz gesagt,es gibt wohl nix einheitliches und das empfinden,die phasen die du eventuell meinst,können nicht unterschiedlicher sein,ebenso wenig wie das erleben des einzelnen.

Ich habe jeden fortschritt als erfolg gegen die folgen des SA erlebt und ich erlebe auch heute rückschritte und dann frage ich mich,sind es die folgen oder ist es das alter,denn die zeit des körpers bleibt ja schließlich auch nicht stehen.

Hast du dir das so vorgestellt? Denke immer es ist kein beinbruch,der mal so zusammen heilt und irgendwann fast versessen sein wird.

Gruß Belli

#4
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hallo bernd,

ich glaube auch nicht, dass man phasen eines genesungsprozesses bei einem schlaganfall definieren kann.
das ist ein langwieriger prozess der in jedem fall anders abläuft.
die schädigungen sind ja auch andere und treten grundverschieden auf.

l.g.margy

#5
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Guten Morgen an alle.

das die Phasen bei jedem anders ablaufen, bemerke ich am eigen Leib. Mein Mann hatte im März 2010 eine Hirnblutung mit rechtsseitiger Lähmung. Nun nach fast einem Jahr ist keine wirkliche Besserung eingetreten, obwohl er regelmässig Therapie bekommt. Er kann weder sitzen noch sich alleine hochbewegen. Auch scheint im Kopf mehr zerstört worden, als wir gehofft haben. das kurzzeitgedächtnis ist fast ganz weg. an alles von früher kann er sich gut erinnern. ich bin schon ziemlich verzweifelt, denn ich gehe körperlich sehr anmeine grenzen von der psyche mal ganz abgesehen. aber ihr habt immer ein nettes wort oder eine aufmunterung für alle hier, dafür danke

#6
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Hallo Bernd,

mein Mann hatte vor 2 Jahren einen schweren Schlaganfall auf der rechten Seite. Uns hat zu Anfang ein Neuropsychologe gesagt, dass die Entwicklungskurve nach einem Schlaganfall aufwärts geht, aber nicht geradlinig sondern wellenförmig. Genauso sind die Zeiträume, die einzelne Phasen brauchen, wie z.B. das Durchgangssyndrom, sehr unterschiedlich lang und heftig. 

Die wichtigste und beste Hilfe für den Schlaganfallpatienten sind und bleiben Angehörige, die immer da sind und Halt geben. Wobei ich auch sagen muss, dass man als Angehöriger auch die Hilfe mit zunehmender Besserung des Patienten zurückfahren muss. 

liebe Grüße Zaubernuss

#7
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Hallo Sofia,

wenn bei deinem Mann das Kurzzeitgedächtnis zerstört ist, gib im ein Notizbuch, wo er alles aufschreiben kann, was er sich unbedingt merken will. Wenn er nicht schreiben kann, mache du im Spickzettel und hänge die ihm überall hin, wo er sie braucht. Das können auch Bilder sein. Achte darauf, dass er das Notizbuch wieder findet. Ich kenne Patienten, die damit gute Erfolge hatten.

Wenn das Kurzzeitgedächtnis besser wird, vergisst er auch nicht, wie er sich aufrichten kann und wie er sitzen kann.

Du musst die Hoffnung nicht verlieren, es kann besser werden!

Liebe Grüße Manfred

#8
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Hallo Bernd, ich selber trenne meine Zeit nach dem Schlaganfall in

1. Ich bin müde und muß schlafen(die ersten drei Wochen)

2. Rehabilitaion, ich lernte es in der Reha im Rollstuhl zurecht zukommen (anziehen Jogginghose, T-Shirt) mich zu orientieren, wann muß ich wo zur Therapie sein

3. Daheim wieder alleine klarkommen, Essen und Hygiene

Diese waren nach einem Jahr fast abgeschlossen

4. Wieder , wenn auch nur halbtags beruflich Fuß zu fassen,

 

Ich bin immer noch links halbseitig gelähmt, gehe, fahre Auto und arbeite halbtags, kümmere mich um den Haushalt (mit Putzfrau) und koche. Ich mache jetzt halt alles mit rechts. Nach dem ersten Jahr sehe ich persönlich das so, daß man nicht mehr krank ist, sondern eben behindert durch Krankheit, die Krankheit (Schlaganfall) geht, die Folgen daraus bleiben, ich bin jetzt im 6.ten Jahr nach dem Ereignis

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