#1

Annika

Düsseldorf, Deutschland

Hallo zusammen,

ich hoffe auf diese Weise Kontakte zum Austausch zu finden. Oder vielleicht kennt jemand eine Selbsthilfegruppe in NRW die für mich passend wäre?

Ich würde mir wünschen jemanden zu finden, mit dem ich darüber reden kann, wie man es trotzdem immer wieder schafft Kraft zu sammeln. Wie es anderen damit geht, wenn sich Rollen vertauschen und Kinder Verantwortung übernehmen. Wie eure Erfahrung mit der Aphasie ist, welche Tipps es gibt. Vielleicht ist hier auch jemand bei, der mit pflegebedürftigen Elternteil in die Familienplanung gegangen ist?

Wenn ihr mögt, dann schreibt mir gerne eine Nachricht. Ich freue mich drauf!

Liebe Grüße, Annika


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Annika« (15.11.2020, 08:03)
#2

Amsel

Bad Mergentheim, Deutschland

Hallo Annika,

mit Selbsthilfegruppen wirst Du in Zeiten von Corona wenig Glück haben. Ich selbst, allerdings nicht NRW, hatte anfangs des Jahres Kontakt mit der nächsten Aphasikerverband aufgenommen. Das verlief dann erst einmal im Sande weil sich ja niemand mehr trifft.

Aber die Zeiten werden sich ja auch wieder ändern. Deshalb schau da doch mal vorbei:

https://www.aphasiker-nrw.de/ - ein Telefonat dürfte da ebenfalls hilfreich sein. Es gibt manchmal auch die Möglichkeit ein Gespräch mit Psychotherapeuten zu führen. Also einfach mal anrufen und ausloten was geht und was nicht.

Ich selbst bin ebenfalls Angehörige. Allerdings ist bei mir mein Mann betroffen - also eine völlig andere Konstellation als bei Dir. Meine Mutter ist ebenfalls pflegebedürftig, jedoch kognitiv wieder ganz gut beieinander. Ich pflege sie nicht, regle aber ihren Orga-Kram, Geldgeschäfte, gehe Einkaufen und mit ihr zu den Ärzten und übernehme die Wäsche. Sie zu unterstützen ist eine völlig andere Ebene als bei meinem Mann. Das liegt aber nicht nur daran, dass sie meine Mutter ist, sondern auch an ihrer Persönlichkeit (die noch nie einfach war). Insofern kann ich Dir da wenig allgemein gültige Antworten geben.

Wie schafft man immer wieder Kraft zu sammeln? Mhh.. ich sags mal so. Jedem Abend, an dem ich denke ich kann nicht mehr folgt ein Morgen an dem es erstaunlicher Weise wieder weiter geht. Ich funktioniere - und manchmal habe ich das Glück auf Menschen zu stossen die mir wieder einen kleinen Kraftschub geben.

Bist Du denn alleine für Deinen Vater verantwortlich? Ist da niemand mehr, der sich ebenfalls kümmert bzw. kümmern kann?

Ganz allgemein gesagt: sofern Du hast, versuche Dir Deinen Freundeskreis zu erhalten. Nichts ist wichtiger als ab und zu mit Menschen die nicht im Pflegehamsterrad gefangen sind, über völlig andere Themen sprechen und lachen zu können.

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