#1

sschmidt

Oberhausen, Deutschland

Hallo Zusammen, 

Am Freitag hatte meine Mutter Im Alter von 53 Jahren einen sehr schweren Schlaganfall in der linken Hirnseite. Ich möchte einfach darüber erzählen, versuche alles so zusammen zu fassen wie ich es empfunden habe.. und habe ebenso ein paar Fragen. Leider ist mir noch nicht alles ganz klar aber ja ... 

Vom Absetzen des Notrufs bis zum Eintreffen der Notärzte (inklusive eines Neurologens) hat es wenige Minuten gedauert und noch mal 10 Minuten später war sie bereits im ersten Krankenhaus. Man hat sich sehr schnell dafür entschieden sie weiter zu transportieren in ein Krankenhaus was besser für so einen Fall gewappnet ist. Sie ist dann entsprechend weiter transportiert worden und im zweiten Krankenhaus wurde ihr dann der Schädel geöffnet damit der Druck besser entweichen kann. Bereits nach einem Tag hat man die Medikamente für die Betäubung komplett abgesetzt. Sie bekommt derzeit also nur noch Schmerzmittel, etwas gegen Infektionen, Nahrung und Insulin für den Zuckerhaushalt, sofern wir das richtig mitbekommen haben. Ihr Körper funktioniert soweit gut und stabil, sprich es werden keine Medikamente benötigt um ihren Kreislauf in Schuss zu halten. Ihre Atmung wird derzeit nur überwacht funktioniert aber trotz tubus soweit selbstständig. Bereits am Samstag hat man uns während dem Gespräch mit dem Arzt mitgeteilt, dass die Schäden wirklich übel sind und auf der linken Gehirnhälfte bis zur Hälfte beschädigt ist. Am Montag, vier Tage nach dem Vorfall, haben ihre Vitalwerte aktiv auf unsere Anwesenheit reagiert. Der zuständige Arzt hat das zwar durchaus als positiv gesehen, aber uns ebenso in unserer Hoffnung gedämpft, dass es ein kleines Minizeichen ist und nicht mehr. Auch mein Bruder und ich wissen, dsss der Weg unfassbar weit ist, es keine Garantie für nichts gibt aber wenn man jeden Tag ein paar Millimeter vom Marathon abknabbert... Aber während mein Bruder und ich uns Mut zusprechen und wissen, dsss wenn jemand soetwas schaffen kann dann unserer Mutter, so sehen die Ärzte absolut keine Chance auf Besserung. Im Gegenteil, man möchte von uns, am besten noch in dieser Woche, die Entscheidung, dass wir den Kampf aufgeben und unsere Mutter gehen lassen. Wobei wir den Teil nicht verstehen, da ihr Körper ja soweit selbstständig funktioniert. Natürlich hoffen und beten wir für ein Wunder. Wir wissen dass diese Dinge wirklich nicht häufig passieren und es 1 von 10.000en betrifft, aber wer sagt dass dieser Fall nicht unsere Mutter ist? 

 

... Sorry für den etwas wirren Text. 

#2

Juli 74

Heilbronn, Deutschland

Hallo,

Ich habe gerade deinen Beitrag gelesen.

Mein Mann hat Ende Oktober 2017 einen schweren Schlaganfall nach einer Aorten- Dissektion erlitten. Er lag fast drei Wochen im Koma, hat sämtliche Komplikationen mitgemacht...von Lungenentzündung bis hin zu einem schweren Herzinfarkt mit Reanimatiom Ende Januar...

Die Ärzte haben mir gesagt dass es im Prinzip nix bringt zu hoffen und es besser ist ich suche einen Heimplatz.

Nach vielen Tränen und tiefer Verzweiflung habe ich entschieden das wir nicht aufgeben!

Mein Mann ist 44 Jahre alt und wir haben zwei Söhne in der Pubertät. 

Anfang April kam er dann endlich nach Hause und es war sie richtige Entscheidung.

Es ist ein langer und schwerer Weg aber es lohnt sich!!

Er gibt nicht auf und kämpft sich Stück für Stück zurück. Unser Leben wird nie wieder so wie es einmal war aber wir haben uns und es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht immer gleich so klar ist!

 

Gebt die Hoffnung nicht auf und vielleicht konnte ich dir ein bisschen helfen. 

Liebe Grüße Julia

#3

Gisa52

41068 Mönchengladbach, Deutschland

Hallo,

Ihr habt vollkommen recht: Ihr dürft nicht aufgeben - seid für Eure Mutter da, sprecht ihr Mut zu! Ein Gehirn vermag so unglaublich viel - auch wenn es wahrscheinlich nicht wieder so wird, wie es war - es kann ein Leben nach einem Schlaganfall geben - ein lebens-wertes Leben, auch wenn wahrscheinlich Behinderungen und Beeinträchtigungen zurückbleiben.

Aber es gibt auch genug Fälle, in denen es wieder richtig gut wird.

Ich wünsche Eurer Mutter und Euch alles erdenklich Gute - ganz viel Kraft auf dem Weg zurück ins Leben!

Ganz liebe Grüße

Gisela (Mutter einer Tochter, die dieses Schicksal mit 39 ereilte und Oma von zwei Enkeln, die froh sind, dass ihre Mutter überlebt hat)

 

 

 

 

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