#1

Filicity

Ostfriesland, Deutschland

Konzentrationsprobleme

Hallo Zusammen,

ich bin recht neu hier und mich beschäftigt eine Frage schon eine ganze Weile. Letzen Jahres Ende März erlitt ich ein Schlaganfall (rechts). Ich bin seit dem krank geschrieben. Obwohl es mir deutlich besser geht und sonst eigentlich alles in Ordnung ist auch MRT und co, habe ich immer noch Konzentrations und teilweise Reaktinosprobleme. Ich werde schnell müde und kaputt.

Ist das normal? Ich bin zur Zeit, obwohl es Ende März 1 Jahr her ist, in Reha. Es hilft mir sehr, aber dennoch lässt mich das Gefühl nicht los, das ich längst wieder hätte arbeiten können und ich es auch unbedingt möchte. Rede schon die ganze Zeit davon so das nicht. Aber irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los, das es schon längst hätte besser sein sollen und die Ärzte eventuell auch denken könnten, das es nicht sein kann. 

Könntet ihr mir sagen warum ich das denke und mich dabei mies fühle? Und warum habe ich das Problem mit der Konzentration immer noch? Geht es denn nur mir so? Und das nach 10 Monaten? Bin jetzt in der Reha und hab mich erschrocken wie gut sie hier helfen können. Trainiere jetzt gezielt jeden Tag.

Fühl mich im Moment was das betrifft nicht so gut. Ich habe keine Depression oder Stimmungsschwankungen. Ich gehe positiv an das Ganze heran. Dennoch beschäftigt mich nur diese eine Sache. Liegt es vielleicht daran, weil es schon 10 Monate her ist und ich diese Problematik immer noch habe? Auch ist mir aufgefallen das oft das " wie war das nochmal" oder ich nachfragen muss, bei mir auftritt. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir da eure Erfahrungen mitteilen könntet. Vielen Dank.

Ich danke fürs Lesen und wünsche einen angenehmen Tag.

Liebe Grüße

Filicity

 


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Filicity« (05.02.2019, 11:50)
#2

Angie

Untermettingen, Deutschland

Hallo Filicity,

Mein Schlaganfall liegt 8 Jahre zurück und ich habe immer noch Probleme mit der Reaktion und vor allem der Konzentration. Ich kann mir Namen nicht merken, ich verwechsele die Namen meiner Kinder, ich kann mich absolut nicht erinnern das wir letzte Woche das besprochen haben..... meist fällt mir alles wieder ein, aber es ist dennoch peinlich und extrem doof. Es ist alles sehr viel besser geworden, aber für mich nicht gut genug 😠

Du siehst, es kann Jahre dauern. Es ist absolut verständlich das du wieder ins Arbeitsleben zurück willst. aber gib dir Zeit, lass die anderen denken was sie wollen. Es ist schwer, aber alles braucht seine Zeit.

#3

Filicity

Ostfriesland, Deutschland

Hallo Angie,

danke für deine Antwort. Es ist gut zu hören, das es nicht nur mir so geht. Auch wenn es uns natürlich schon unangenehm genug ist. Du hast recht, vielleicht bin ich genau in dieser Hinsicht dann nicht geduldig. Es ist nur ein sehr komisches Gefühl, wenn man weisst, das der Körper Gottt sei dank funktioniert aber das kognitive immer noch eingeschränkt ist. Und das obwohl schon Zeit vergangen ist.

Ich habe hier in der Reha Training am PC und ich bin zum Teil sehr kaputt danach. Im Nachhinein ärgert es mich, das ich nicht darauf gekommen bin, es so in dieser Art selbst und viel früher zu trainieren. 

Ich danke dir für deinen Beitrag. Es wirklich schön zu hören, dass es nicht nur mir so geht.

Für dich wünsche ich mir ebenfalls, dass es dir auch bald viel besser gehen wird.

 

Liebe Grüße

Filicity

#4

Schneepflug

Meiningen, Deutschland

Hallo! Nach meiner Erfahrung werden nach einm Schlaganfall unendlich viele Fehher bei der Rehabilitation der Patienten gemacht. Meines Erachten muss so schnell wie möglich angefangen werden die durch den Schlaganfall entstandenen Ausfälle durch gezieltesTaining zu verbessern. Real ist es jedoch anders. Im Krankenhaus heißt es schon...es ist noch Zeit und es passiert fast nix dort in punkto Reha. In der Reha selber.... da zählt in erster Linie das Geld. Grade dort müsste viel gezielter auf den einzelnen Patienten eingegangen werden. Doch das kostet. So gibt es meist viele Gruppenterapien die zwar nicht sinnlos sind aber auch nicht optimal. Nach der Reha steht man meist ganz alleine da und muss zusehen wie wieder völlig auf die Beine kommt. Sicher braucht alles seine Zeit und ob es jemals wieder so wird wie vor dem Schlag, weiß man nicht.aber wie sage ich immer......wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Wenn du denkst das du wieder arbeiten kannst , so mach doch einen Versuch mit "Wiedereingliederung" dazu ist sie da. Du bist in der Zeit weiter krank gechrieben und gehst stundenweise arbeiten. Meist erst vier und dan 6 Stunden. Das weiß dein Arzt aber besser wie ich.

LG und Kopf hoch

 

 

 

 

 

 

#5

Shivadas

Frankfurt, Deutschland

Hallo Filicity, ich hatte meinen Schlaganfall im Oktober 2017. Es ging mir auch so wie du, ich

wollte so schnell es geht die dadurch entstandenen Schäden beheben. Bei mir kam es zu Taubheit auf

der linken Seite. Das Gefühl kam wieder, aber es bleiben immer noch Sensibilitätsstörungen.

Mehr belastet hat mich aber meine geringere Belastbarkeit. Nach einer Reha und ca.6 Monaten kam ich

dann wieder an den Arbeitsplatz zurück, erstmal nur 3-4 Stunden in der Wiedereingliederung. Es war

sehr anstrengend, nicht von der Arbeitsbelastung, eher von der ganzen Stimmung dort, die ich als

eher feindselig empfand. Aber so nach und nach habe ich mich wieder herangetastet und bin nun

fast bei meiner alten Leistungsfähigkeit. Früher habe ich mich allerdings überarbeitet, so dass ich auch

gar nicht mehr ganz an mein altes Leistungsniveau heranwill.....

Was ich sagen will, du denkst besser beim Fortschritt in Monaten, statt in kurzen Abschnitten.

Ich habe z.B. zwischen dem 6. und 12. Monat nach dem Schlaganfall noch erhebliche Fortschritte gemacht, was

Belastbarkeit angeht. Z.B. machen mir längere Autofahrten nun kaum noch war aus, nach 6 Monaten war ich

immer extrem erschöpft, wenn ich von Frankfurt nach Göttingen gefahren bin (ca.250km).

Also bring etwas Geduld mit und mach dir klar, dass Entwicklung immer möglich ist, auch wenn sie langsam

vonstatten geht und unsere Geduld erfordert.

lg

Shivadas

#6

Filicity

Ostfriesland, Deutschland

Hallo Schneepflug,
vielen Dank für deine lieben Worte. Ja über eine Eingliederung habe ich auch nachgedacht. Hab nämlich die Befürchtung, wenn ich hier wieder als arbeitsfähig eingestuft werde, dass ich dann den Anforderungen nicht gerecht werden kann so schnell.

Ich merke immer noch das da was zurück geblieben ist und das wird sich wahrscheinlich auch nicht mehr ändern, dennoch freue ich mich natürlich wenn ich meinen Job wieder machen kann und meine Arbeitskollegen auch wiedersehe.

Aber dein Rat ist gut und werde den beherzigen, es hilft bestimmt wenn es Schritt für Schritt wieder los geht.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und hoffe das es dir gut geht.

LG
Filicity

#7

Filicity

Ostfriesland, Deutschland

Hallo Shivadas,

danke für deine aufmunternden Worte. Und ich glaube das trifft auch auf mich zu. Von Anfang an habe ich natürlich auch gesagt, ich will wieder arbeiten und co. Aber ja, es ist wahr, körperlich geht es aber die kortikale Hirnleistung lässt zu wünschen übrig.

Ok, das stimmt nicht ganz, ich bin jetzt ja zur Zeit in einer Reha und es hilft schon, aber dennoch merke ich extrem, wie schnell erschöpft ich bin. Brauche gegenüber früher deutlich mehr Ruhephasen. Wie bei dir auch. Aber es macht Mut wenn ich eure Beiträge hier lese.

Geduld ist eine gute Tugend die ich mir jetzt noch mehr zu Herzen nehmen sollte.

Vielen Dank dir und auch dir wünsche ich ein angenehmes Wochenende und hoffe das es dir deutlich besser geht als vorher.

Liebe Grüße
Filicity

#8

Nele116

Duisburg, Deutschland

Hallo zusammen,

 ich bin relativ neu hier und habe gerade mal mitgelesen. 

Mein Mann hatte einen Schlaganfall im vergangenen Jahr und soll jetzt in die Reha. Ähnliche Symptome im Bereich Beladtbarkeit, Müdigkeit, aber auch depressive Verstimmung. Im Bescheid steht auch was von hirnorganischem psychosyndrom. Er hat einen Antrag für die Reha gestellt und jetzt eine Bewilligung für eine Psyhsomatisch Reha bekommen. Wir sind etwas durcheinander. Sollte nicht eher eine neurologische/neuropsychologische Reha gemacht werden? Ist ja hirnorganisch..

Vielleicht kann uns da Jemand weiterhelfen. 

Lieben Dank und euch einen schönen Tag.

#9

jup11

Quarnbek, Deutschland

Hallo Nina,

Psychosomatisch hat eine Ursache, die in der Psyche (Geist, Gemüt, Stimmung) liegt, Eine psychische Erkrankung (z.B. Depression, Burnout, Ängste, Psychose, Neurose, Persönlichkeitsstörung, Trauma) ist dann der Auslöser.

Neurologische ist, wie du schon sagst hirnorganisch, also eine Ursache, die man z. B. im MRT sehen kann.

Man kann natürlich einen sichtbaren Schaden im Gehirn haben und trotzdem liegen die Probleme in der Psyche. So wie du die Probleme schilderst, ist wohl eine psychosomatische Reha richtig.

Jürgen

https://www.schlaganfall-info.de/com/Drei_Jahre_danach.pdf

 

#10

Nele116

Duisburg, Deutschland

 Hallo Jürgen, 

 danke für die Rückmeldung. Deine Antwort hat mir sehr weitergeholfen. Dadurch, dass bei meinem Mann ein "hirnorganisches Psychosyndrom" vorliegt, ist das Symptom "Depression" ja durch die Verletzung am Kopf (hirnorganisch) entstanden und das würde doch heißen eine Reha mit Neuropsyhologie/ Neurologie wäre sinnvoller statt psychosomatisch, oder? Die Neurologen meinen auch, dass liegt am Schlaganfall.

Vielen Dank für deine Antwort 🙂

Liebe Grüße

Nina

 

 


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Nele116« (10.02.2019, 20:36)
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