#41

Heinz

königswinter, Deutschland

Tolle Nachricht, die mir wieder meine Erfahrungen als Betroffener und als Angehöriger betätigt. Leider bekommen die Ärzte und das Pflegepersonal nicht die Zeit um diese wichtigen Übungen mit dem Patienten frühzeitig im Krankenhaus zu übernehmen. Durch Ihre selbstsicheren und negativen Aussagen wie: Da kann man nichts mehr machen! Da ist nur noch eine Überstellung ins Pflegeheim möglich! erreichen sie bei den Patienten und ihren Angehörigen, dass diese sich resignierend in ihr Schicksal ergeben. Tun sie das, wird ihre Aussage bestätigt und die Ärzte sowie das Pflegepersonal wird in Ruhe gelassen. Das ist dann so für diese bequemer! Daher, weil die Angehörigen sie nicht belästigen können ist Corona fürs Krankenhaus ein Geschenk.

Dank bitte daran, öftere Pausen erhöhen die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Bitte nicht überfordern. Pausen heist aber auch nicht, stundenlanges Warten, sondern Pausen können auch erreicht werden, indem man von einer Tätigkeit in eine andere wechselt. Beispiel: Kurzes Gehen, abwechseln mit Dehnübungen von Arm und Bein, oder leichte Konzentrationsübungen. Aber immer nur nach Neigung des Patienten. Ruhepausen sind genauso wichtig. Also vorsichtig und nicht über- oder unterfordern und auf keinen Fall mit aller Gewalt.

Bitte Überfordere Deine Mama nicht! Sprich Dich mit den Therapeuten (Physiotherapeut, Ergotherapeut, sowie Neuropsychologischer Therapeut) Deine Übungen ab. Deine Übungen mit Deiner Mamma sind meist effektiver als die der Therapeuten, weil Du Deine Mama besser kennst und daher ihre Leistungsgrenzen mit ihr abgestimmt besser einschätzen kannst. Die Therapeuten benötigen einige Zeit, bis sie Deine Mamma kennen und einschätzen können. Daher ist es wichtig, die Therapeuten möglichst wenig zu wechseln. Wechsel ist andererseits immer dann erforderlich, wenn die “Chemie“ zwischen Patient und Therapeut nicht stimmt. Dann nicht quälen lassen, sondern Therapeut wechseln, auch wenn das Zeit kostet. Diese Zeit holt der Patient mit dem richtigen Therapeuten schnell wieder herein.

Alles Gute und viel Erfolg

Heinz

#42

Amsel

Bad Mergentheim, Deutschland

 Ich habe eine Gehbock gegeben und sie hat ganz alleine geschafft sich hinzustellen . Und dann fing sie an so ganz ganz winzige Schritte zu machen . Und schaffte auch sich zu Seite zu drehen . Und sie wiederholte das 6 mal . Dann habe ich es beendet . Ich war richtig sprachlos ! Ein Arzt sagte mir doch , dass meine Mama hochgradig gelähmt ist ! Ich glaube das aber nicht !

was für eine Freude.. und... habe ich es nicht gesagt 😉? Hochgradig gelähmt sieht anders aus. Ich freue mich sehr für euch!

Du kannst mit Deiner Mutter auch Übungen im Bett machen. Folgender Versuch könnte sich, nachdem was Du zu berichten hattst, lohnen.

Stell Dich ans Fussende des Bettes auf, schau, ob Deine Mutter in der Lage ist ihre Beine (einzeln) mehr oder weniger hoch zu heben und lass ihre Füsse gegen Deine Hände drücken. Ja nach dem was Du spürst kannst Du Deinen Druck erhöhen, oder auch sanft nachgeben. Einfach so, dass sie Erfolgserlebnisse hat, aber dennoch "arbeiten" muss.

https://www.senioren-ratgeber.de/Sport/Bettgymnastik-Sieben-Uebungen-528371.html

https://www.altenpflegeschueler.de/pflege/uebungen-mit-bettlaegerigen/

https://www.flintrehab.com/de/ubungen-nach-schlaganfall/

 

Und ja, ihre Unruhe kann durchaus darauf hin deuten, dass sich Deine Mutter wieder mehr bewegen möchte. Zumindest war das bei meinem Mann der Fall. Als er endlich wieder stabiler auf den Beinen war, legte sich seine Unruhe und er hatte auch nicht mehr den Drang an irgend welchen Schläuchen zu ziehen.

 

 


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Amsel« (22.02.2021, 22:37)
#43

Schlaganfall

Königslutter, Deutschland

Hallo ! Ich wollte mal berichten wie es meiner Mama geht . Heute war eine Physiotherapeutin bei uns . Sie war wirklich erstaunt , dass meine Mama in solcher körperlichen Verfassung ist und das von ganz alleine . Mama ist überhaupt nicht gelähmt und der Arzt hat mir Blödsinn erzählt . Sie ist heute schon ca. 4 Meter mit dem Gehbock gegangen . Wir kämpfen mit sehr hohen Zuckerwerten nach dem Essen . Teilweise über 450mg/dl . Ich habe mich erkundig und rausgefunden , dass es auch eine Diabetiker Nahrung gibt . Im Krankenhaus wurde das schon durch die Beraterin angesprochen aber die Ärzte sagten , dass meine Mama das nicht braucht und haben eine normale hochkalorische Nahrung empfohlen. Versuch ist es auf jeden Fall wert . Morgen soll mich auch eine Beraterin aus der diabetologischen Praxis anrufen die meine Mama in den letzen Jahren betreut hat . Zuerst wurde ich abgewimmelt am Telefon aber ich habe heute da noch mal angerufen und diesmal hat es geklappt . Der Hausarzt war ratlos was den Diabetes angeht .Hat mir empfohlen viel weniger Insulin zu spritzen als ich jetzt tatsächlich spritze . Mal schauen was die Beraterin morgen sagt . Mama hat auch weiter Probleme mit der Unruhe . Ich habe das neue Neuroleptikum Melperon abgestellt und gebe ihr nur das alte welches sie schon ewig zum schlafen genommen hat . Ich war gezwungen das alleine zu entscheiden . Der Hausarzt wußte nicht wie man es richtig machen soll und kein Neurologe macht ein Hausbesuch hier . Die Unruhe hat sich deutlich gelegt . Mama kann jetzt mehrere Stunden in der Nacht schlafen und ist deutlich ruhiger .Sie bekommt solche Art Unruhe Attacken die auch 2 Stunden dauern können . Vielleicht sollte sie etwas zu Beruhigung dann bekommen . Vielleicht liegt es auch teilweise an den hohen Zuckerwerten . Leider habe ich keinen Arzt den ich fragen könnte . Der Hausarzt kommt erst am 14.04. Vielleicht sollte ich ein Termin bei einem Neurologen für mich machen und dann ihn dann wegen Mama ansprechen . Keine Ahnung . Ich finde es auch komisch , dass der Hausarzt erst am 14.04. kommt . War das bei euch auch so ?? Die Sprechstunde sagte mir man hat Anspruch auf ein Hausbesuch jede 4 bis 6 Wochen . Und wer schaut sich die Wunde an der PEG Sonde an ?? Ich wollte Mama duschen . Ich dachte ich schiebe sie in den Rollstuhl in das Badezimmer und dann setzt sie sich auf den Duschhocker . Einen Duschrollstuhl habe ich nicht . Sollte ich die Wunde dann mit einem Wasserdichten Pflaster ab kleben ?? Hat jemand von euch Erfahrung damit ?? Liebe Grüße ! Katja 

#44

Heinz

königswinter, Deutschland

Liebe Katja,

schön dass Du nicht auf die pessimistischen Aussagen der Fachärzte gehört hast. Ich lasse jetzt mal der einfachheitshalber die Gendergerechte Schreibweise (Er Sie Es) weg.

Nachstehend einige Empfehlungen und Tipps, die ich in den letzten 50 Jahren als Betroffener und Angehöriger sammelte. Vielleicht hilft es Dir.

Leider machst Du wie viele von uns diese Erfahrungen vom normalen Alltag als Betroffener und Angehöriger. In unserem ach so gelobten Gesundheitswesen konnten die Neurologen keinen Diabetologen hinzuziehen, weil der seine Kosten in einer anderen Kostenstelle verbucht und dort verbuchen muss. Die betriebswirtschaftliche Unterteilung ist eine der größten Herausforderung im Klinikbetrieb. Denn wenn der Neurologe einen Diabetologen oder einen Facharzt einer anderen Abteilung hinzuzieht, wird von seiner Abteilung dessen Gehalt abgezogen und seine Abteilung verliert hierdurch die Wirtschaftlichkeit. Als Folge wird sein Budget gekürzt. Weil das außerdem für den behandelnden Arzt enorme formalistische Konsequenzen hat (Soweit meine beobachtete Meinung der letzten Jahrzehnte) lässt dieser es meist und versucht selbst eine meist nicht zufriedenstellende Lösung zu finden, oder vertröstet die Angehörigen auf später. Das Ergebnis hast Du erlebt. Jetzt kommt es darauf an, dass Du Dich davon nicht beeinflussen lässt. Von Dir wird jetzt Kreativität verlangt. Such einen /Deinen funktionierenden Weg.

Es gibt für alles Spezialisten. Der Hausarzt und die Hilfsdiensten kennen die richtigen. Frag nach!

  • Den Hausarzt kannst Du eventuell per Telefonsprechstunde, per E-Mail, oder sogar per Skype erreichen. Versuch es mal.
  • Das Gleiche gilt für den Diabetologen oder für den Wund- Spezialisten, oder andere Spezialisten gilt das Gleiche. Kannst Du ein Foto von der Wunde machen und es im PC per E-Mail versenden? Eventuell sogar an einen Hautarzt?!
  • Die Hilfsdienste kannst Du ebenfalls ansprechen. Die haben meist Wundspezialisten, die sie zu ihrer Unterstützung vor Ort hinzuziehen können. Das hilft Dir am schnellsten.
  • Zum Thema Beruhigung ist nicht der Neurologe der Spezialist, sondern der Psychiater. Die haben meist auch eine fachärztliche Ausbildung als Neurologe. An diese Spezialisten ist leider, weil sie meist ausgebucht sind, schwieriger heranzukommen. Daher frag Euern Neurologen, ob er auch Facharzt für Psychiatrie ist. Dann hast Du es einfacher. Ansonsten such Dir einen Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Deiner Nähe und geh einfach morgens in seine Notfallpraxis. Das kostet Dich zwar viel Zeit, Du könntest jedoch so am schnellsten zum Erfolg kommen. “Mach eine Faust in der Tasche“ und versuche es. Leider musst Du das lernen. Unwirscher Angriff ist zwecklos. Damit kommst Du nicht weiter. 

Liebe Grüße und Viel Glück

Heinz

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