#1

Juliane

Wuppertal, Deutschland

Hallo Zusammen,

ich bin neu hier und aktuell ziemlich ratlos... Es geht um meinen Vater (70). Er hat im Zuge eines künstlichen Koma's (nach Operation wegen Darmverschluss) einen Schlaganfall erlitten (Oktober 2016). Die Halsschlagader war zu, der Schlaganfall wurde nicht bemerkt und blieb 5-6 Tage unbehandelt. Da der Verschluss der Ader sehr weit oben saß, konnte dieser aufgrund zu hoher Risiken auch nicht mehr behandelt werden. Das Ergebnis ist eine rechtsseitige Lähmung mit Ausbildung einer schweren Streckspastik in Arm und Bein, schwere Aphasie, Trachialkanüle aufgrund von Schluckbeschwerden (ging anfangs gar nicht, inzwischen ist es mal besser, mal aber auch wieder schlechter). Mein Vater ist, nachdem man ihn in der Frühreha aufgegeben hat, seit Februar diesen Jahres in einer Pflegeeinrichtung untergebracht. Anfangs hat er sich im Rahmen seiner Möglichkeiten wirklich gut entwickelt. Die Sondennahrung konnte eingestellt werden, er lernte wieder zu essen. Anfangs geblockt, dann sogar ohne Block. Doch seit nun ca. 2 Monaten bermekt man einen massiven Rückgang seines Zustandes. Alles was wir mühevoll trainiert haben scheint sich wieder zu verflüchtigen. Hierzu zählt leider auch seine köperliche Konstitution. Er hat massiv an Gewicht verloren, kam eh schon schmal aus der Frühreha (ca. 52 Kilo). Er konnte aufgepeppelt werden, nahm etwas zu, doch verliert jetzt sehr an Gewicht (noch ca. 50 Kilo). Er isst, jedoch hat man das Gefühl das er während des Kauens vergisst die Nahrung auch zu schlucken. Das Kauen kann man fasst schon als exzessiv beschreiben, als wüsste er nichts mit der Nahrung anzufangen. Sein Gewicht hat sich nun soweit reduziert, dass durch die Hausärztin wieder zusätzliche Sondennahrung morgens und abends angeordnet wurde. Kennt das jemand von Euch? Er isst (wenn auch sehr sehr langsam) doch ganz normal morgens, mittags, abends. Wie kann es sein das er dennoch so sehr an Gewicht verliert? Kann es sein das durch den Schlaganfall auch die Verwertung im Körper gestört ist oder so? Ich bin kein Mediziner wie ihr lest, ich möchte es einfach nur verstehen. Er hat schon kaum noch Muskeln, wofür soll also die Nahrung die er oral aufnimmt verbraucht werden? Ich verstehe das alles nicht und hoffe, dass es hier vielleicht jemanden gibt der ähnliches durch hat und vielleicht die eine oder andere nachvollziehbare Erklärung für mich hat.

 

Herzlichst grüßt aus Wuppertal,

Juliane

#2

Juliane

Wuppertal, Deutschland

Ich frage noch mal anders... Kann es sein daß er durch seine Spastik (Einsatz von Arm und Bein nicht mehr möglich, auch kein gerades liegen mehr) einen derart erhöhten Verbrauch hat das das was er isst schlicht nicht ausreicht? Kann sich das so auswirken?

Keine Scheu, seid bitte ehrlich. Nachdem was wir die letzten Monate durchlebt haben bin ich auf alles gefasst...

#3

Sepp6

Grafing bei München, Deutschland

Hallo Juliane,

nach meinem 1. -leichten- SA vor ca. 13 Jahren verlor ich innerhalb 2 bis höchsten 3 Wochen 13 Kg an Gewicht; also von 73 Kg auf 60 Kg.
Eine Traumabnahme mancher Frau...
Seit einem viertel Jahr sank mein Gewicht auf 54 Kg.
War gerade 1 Woche im Krankenhaus und bekam eine böse Diagnose bzgl. meiner Pankreas.
Ich esse viel und kann wenigstens die 54 Kg halten.
Vor 40 Jahren war die Aussicht für mich wesentlich ungünstiger als heute.

Die "Verwertung" der aufgenommenen Nahrung wird ganz offensichtlich aufgrund der Veränderungen im Gehirn gestört.
Das wird bei deinem Vater nicht anders sein und vermutlich mal/hoffentlich bald stabilisieren.

Geduld ist -vor allem nach einem SA- angesagt.

Sepp

#4

Juliane

Wuppertal, Deutschland

Hallo Sepp,

danke für deine Antwort. Inzwischen scheint klar zu sein das es tatsächlich an dem überaus erhöhten Verbrauch durch die starke Spastik liegt. Mein Vater bekommt nun zusätzlich Sondenkost und sieht schon nach ein paar Tagen wieder "deutlich besser" aus. Er hat wieder Farbe im Gesicht und ist auch geistig wieder anwesend. Hoffen wir mal das wir langsam wieder eine stabile Phase durchlaufen. Das würde allen und ganz besonders ihm, gut tun...

 

Liebe Grüße aus Wuppertal

Jule

#5

Sepp6

Grafing bei München, Deutschland

Hallo Juliane,

das hört sich ganz positiv an.

Ich wünsche deinem Vater -und natürlich auch dir- Alles Gute!

Gruß Sepp

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