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Forum - Schlaganfall - was ist zu tun?
Schlaganfall - was ist zu tun?
Patient befindet sich derzeitig im KKH in Behandlung - was muss gemacht oder beantragt etc. werden
Hallo an alle, ich bin wie fast alle die hier das erste Mal schreiben - neu hier. Also zum Stand der Dinge. Wir haben eine Bekannte, die leider keine Kinder hat. Ihre Schwester und ihr man sind verstorben und es gibt nur noch eine Nichte die nicht in direkter Nähe wohnt. Nun hat diese Bekannte einen Schlaganfall, näheres erfahren wir nun erst heute abend vom KKH. Sie hat eigentlich einen Pflegedienst der 2 mal täglich nach ihr schaut, jedoch genau an dem Tag kam dieser nicht - warum keine Ahnung müssen wir erst noch klären. (Wir kennen diese Bekannt über die verstorbene Schwester und hatten nicht ständigen Kontakt) Sie lag also laut Angaben der Nachbarn ca. 1 Tag in der Wohnung ohne Betreuung. Nachdem die Nachbarn die Feuerwehr gerufen haben kam sie ins Krankenhaus. Gestern abend haben wir sie nun also gefunden und es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Leider wird sie über eine Magensonde ernährt, kann ganz schlecht schlucken, sprechen geht auch nicht. Jedoch erkennt sie uns, sie nimmt laut dem Pflegepersonal ihre rechte Seite nicht wahr, jedoch bewegt sie die Beine - winkelt sie auch an. Worauf sollten wir jetzt achten, was muss beantragt werden (Pflegestufe I hatte sie schon daher ja der anscheindend zuverlässige Pflegedienst) etc., vor allen Dingen, wer soll das jetzt für sie unterschreiben. weder wir noch die Nichte haben in der Hinsicht eine Vollmacht. Die Nichte hat nur Kontovollmacht und eine Karte für ihr Konto. Was ist mit Reha-Massnahmen und Sprachübungen und so was - habe im Internet gelesen, dass das so schnell wie möglich begonnen werden soll. Der Anfall ist jedoch schon mehr als drei Wochen her. Was kann noch getan werden um sie vielleicht nochmal auf die Beine zu bekommen? Habt ihr Erfahrungen wie lange es dauern könnte und ob sie überhaupt nochmal in ihre Wohnung kann. Wann muss man sich um eine evtl. Pflegeplatz und auf jeden Fall anderes Pflegepersonal für zu Hause kümmern. Hab ich noch was vergessen?? Wir sind nun ganz schön durcheinander und haben 100 te Fragen. Lieben Dank im Voraus. gina_de
RE:Schlaganfall - was ist zu tun?
hallo gina, das wichtigste erscheint mir bevor es zu irgendwelchen aktionen kommt rechtssicherheit zu schaffen. dann sollten als zweites die grundlegenden sachen wie waschen, toilettengänge und ähnliches organisiert werden. dann erst kann man an therapeutische dinge denken. willkommen im forum. l.g.margy
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Wenn ich für etwas bin, bin ich nicht automatisch gegen alles Andre.
RE:Schlaganfall - was ist zu tun?
Hallo Margy erst einmal vielen Dank für die Infos. Leider liegt sie immernoch im Krankenhaus und wir wissen eigentlich noch nichts und auch nicht ob sie überhaupt nochmal nach Hause kommt. Weder wie die Zukunft aussieht noch aussehen könnte. Wir werden heute abend erst mal erfahren wie der Gesundheitszustand überhaupt aussieht und was sich wie vielleicht schon verbessert hat . Die Betreuung wird festgeschrieben auf 1 Person? Die Nichte wohnt außerhalb von Berlin und benötigt 1,5 Stunden bis ins Krankenhaus. Wir wohnen vor Ort und sind innerhalb von 10 Min. da. Wer sollte da die Betreuung auf sich festschreiben. Wir stehen zur Nichte im engen Kontakt - und was beinhaltet so eine Betreuungsvollmacht und wofür ist sie. Die Patienten muss darauf auch unterschreiben? Wir hatten damals mit ihr über Vollmachten und Patientenvergügung gesprochen, als ihre Schwester gestorben war, weil sich da Leute eingemischt hatten, die damit gar nichts zu tun hatten - einfach um solchen Dingen vorzusorgen. Jedoch wollte sie das damals noch nicht so, sie meinte immer schauen wir mal - wollten sie damals aber auch nicht bedrängen und haben, wie man jetzt sieht es schleifen lassen. Danke und LG
RE:Schlaganfall - was ist zu tun?
Hallo Gina, nun, du bist fürs KH erst mal eine Fremde zu deiner Bekannten und ich glaube nicht, dass du genaue Auskunft erwarten darfst. Ich würde mir an deiner Stelle Gedanken machen, ob du die Vollmacht überhaupt willst! Es ist eine Verantwortung für einen Menschen Dinge zu entscheiden, die sehr privater Natur sind. Du musst unter Umständen über Leben und Tod entscheiden! Was sind deine Beweggründe das zu machen? Gute Freundschaft? Ich denke, die Nichte mit der Konto- Vollmacht hat das Vertrauen dieser Dame und sollte auch die Vollmacht für Entscheidungen im gesundheitlichen Bereich bekommen. Es ist schon lieb von dir, wenn du von Zeit zu Zeit nach ihr schaust und sie besuchst, um deine Beobachtung der Nichte mitzuteilen. Wenn sie in ein Pflegeheim muss, entstehen oft Kosten, auch für Angehörige, willst du das übernehmen? Würdest du sie zu Hause, bei dir pflegen, wenn du die Möglichkeit dazu hast. Wie alt ist die Dame, könnte sie noch einmal ein eigenständiges Leben führen. Würdest du dich um Therapie kümmern, damit sie das erreicht? Das sind nur einige Fragen, die du entscheiden musst. Dank hast du dafür keinen. Höchsten eine üble Nachrede, wenn die Dame aufgrund einer Fehlentscheidung vielleicht stirbt! Ich wollte das nicht, aber ich möchte deine selbstlose Entscheidung nicht beeinflussen. Liebe Grüße Manfred
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RE:Schlaganfall - was ist zu tun?
Hallo Manfred, es ist eine gute Freundschaft daraus geworden, die darauf beruht, dass wir ihre Schwester die bis zum Tod (durch Krebs) gepflegt haben. Da sie nun niemanden mehr außer der Nichte hat die auch eine gute Freundin geworden ist haben wir uns mit ihr getroffen, waren essen, einfach mal draußen, haben etwas gemeinsam unternommen. Sie ist 75 Jahre alt. Natürlich würden wir uns um Therapien kümmern, daher bin ich ja hier um mich schlau zu machen was es für Möglichkeiten und Massnahmen etc. es gibt. Ich möchte hier nicht an den Pranger gestellt werden. Es geht darum auch gemeinsam mit der Nichte zu entscheiden WAS WIE WANN gemacht werden muss. Das wollte ich wissen. LG gina_de
RE:Schlaganfall - was ist zu tun?
Liebe Gina
es gibt "Gott sei Dank" auf unserer Welt Menschen, die hilfsbereit und selbstlos sich um einen einsamen Menschen kümmern. Du gehörst dazu und lasse dich nicht davon abbringen, zu helfen, wo du kannst. Und fühle dich nicht an den Pranger gestellt. Ich wünsche eurer Freundin alles Gute.
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Viele Grüße Klaus
RE:Schlaganfall - was ist zu tun?
Lieber Klaus, ich danke dir für die lieben Worte. Wir werden gemeinsam mit der Nichte alles tun was in unserer Macht steht um ihr zu helfen. Ich dachte das man hier Informationen bekommt, was zu tun ist. Da ich davon ausgegangen bin, dass die Menschen hier die Erfahrungen selbst schon gemacht haben. Einem vielleicht auch hilfreiche Tipps geben können, worauf man achten muss. Leider ist das bis jetzt nicht der Fall gewesen was ich wirklich schade finde. Dachte das es genau dafür solche Foren gibt. Mir persönlich ging es nicht darum irgendwelche Vollmachten selbst zu haben, sondern zu wissen welche wichtig sind um im Namen der Patientin handeln zu können. Zum aktuellen Stand: Wir hatten gestern nun gemeinsam mit der Nichte den Termin bei der behandelnden Ärztin. Haben uns anschließend mit der vom Gericht eingesetzten Pflegerin getroffen und viel erfahren was zu beachten und zu machen ist. Bis die Betreuung bei der Nichte ist, arbeiten wir Seite an Seite mit der eingesetzten Betreuerin. Ich bin wirklich enttäuscht wünsche aber allen ALLES GUTE. LG gina_de PS.: Sollte sich doch noch jemand finden der trotz der Infos die wir schon haben noch was sagen kann zur Unterstützung etc. wäre ich auch im Namen der NICHTE sehr dankbar.
RE:Schlaganfall - was ist zu tun?
hallo gina, dir kann niemand wirklich konkrete sachen sagen ohne den konkreten fall zu berücksichtigen l.g.margy
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Wenn ich für etwas bin, bin ich nicht automatisch gegen alles Andre.
RE:Schlaganfall - was ist zu tun?
Hallo Gina, ich wollte dir vorab meinen höchsten Respekt aussprecehn. Ich finde das wirklich unglaublich toll von dir und deiner restlichen Familie, sich als "Außenstehende" für einen einsamen "fremden Menschen" so einzusetzen und Hilfe anzubieten. Ich bin 28 und mein Vater (58 J.) hatte im April diesen Jahres eine schwere Hirnblutung, da meine Eltern geschieden sind kam ich letztlich als einzige in Frage die Betreuung für meinen Vater zu übernehmen (was für mich natürlich als Tochter selbstverständlich war). Jetzt ist von April bis heute ja ein wenig Zeit vergangen sodass sich erst mit der Zeit gezeigt hat, wie umfangreich dieses Aufgabengebiet ist, sei es medizinische Entscheidungen zu treffen, sämtliche Ämter aufzusuchen oder auch die finanziellen Dinge zu klären. Ich nehme mal an, dass die eigentliche Betreuung von der Nichte übernommen wird, aber es ist trotzdem wichtig Menschen an seiner Seite zu haben, die einen dabei unterstützen, gerade wenn man (wie die Nichte) nicht immer vor Ort sein kann. Es könnte somit natürlich sein, dass ihr die Einen oder Anderen Aufgaben zugetragen bekommt. Und das finde einfach toll, dass Ihr diese Hilfe anbietet (wie gesagt- diese Aufgaben sind nicht zu unterschätzen). Es gibt so viele Menschen, die einfach sagen würden "das geht mich nichts an oder betrifft ja nicht mich oder meine Familie" und es gibt bestimmt auch welche, die genau wissen wie "schwer" diese Aufgabe der Betreuung ist, weil sie selbst diese Erfahrungen im Kreis der Familie gemacht haben (was man auch verstehen sollte, wenn jemand dann sagt "das bürge ich mir nicht nochmal auf"). So schwer, anstrengend und zeitaufwendig das Ganze auch ist, der Mensch wird es euch danken. Ich wünsche euch und auch der Nichte viel Kraft und Mut für die bevorstehende Zeit. Lieben Gruß Natascha Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Natascha« (03.09.2010, 11:23)
RE:Schlaganfall - was ist zu tun?
Hallo Natascha, genau so wie du es beschreibst ist es auch. Die Nichte macht die Betreuung vor den Ämter etc. und wir zum größten Teil vor Ort. Wir haben die Hoffnung das es ein wenig besser werden wird - laut Aussagen des Arztes. Grundsätzlich wenn auch nur in minimalen Schritten geht es langsam mit der Verständigung bergauf. Sie isst langsam wieder. Natürlich mit Hilfe aber sie schluckt selbstständig und mit der Verständigung klappt auch schon besser. Wir haben das Gefühl, dass sie niemandem zur Last fallen möchte, wir können wir ihr klar machen das es in Ordnung ist. Wir haben ihr gesagt, dass sie nicht alleine ist, dass wir ihr helfen und uns um alles kümmern!? Danke erst einmal für die lieben Worte, die Kraft und den Mut werden wir brauchen. LG gina_de PS @ Margy wenn mich jemand gefragt hätte, hätte ich auch konkrete Antworten geben können. Leider ist das nicht passiert. Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »gina_de« (06.09.2010, 13:10) |