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Forum - Neu hier - und 1000 Fragen
Neu hier - und 1000 Fragen
Hallo! Möchte mich kurz vorstellen: ich bin Nic, 42 Jahre und mein Mann (50) hatte Freitag (vermutlich) einen Schlaganfall. Ich schreibe vermutlich in Klammern, weil die Diagnose noch nicht entgültig gesichert ist, aber alle Alternativ-Möglichkeiten letztendlich auch nicht besser aussehen. Mein Mann hat so gut wie keine körperlichen Symptome (Motorik weitestgehende in Ordnung, keine Lähmung). Jedoch hatte er das Problem mit Doppelbildern (inzwischen besser) und das Sprachzentrum hat es massiv erwischt. Er versteht so ziemlich alles, kann aber nur bedingt sprechen. Hat extreme Wortfindungsstörungen. Zum Teil verdreht er auch Silben und/oder redet völliges Kauderwelsch. Teilweise ist es ihm bewusst - teilweise auch nicht. Heute wurde er von der Stroke Unit auf die Normal-Station verlegt. Aber morgen bekommt er Sprach- und Physiotherapie. Hat hier jemand Erfahrung mit dieser Art der Beeinträchtigung? Gibt es Erfahrungswerte, wie lange das (inkl. KH und Reha) in etwa dauern wird? Ich bin mir schon darüber im Klaren, dass man wohl von 6 -10 Wochen ausgehen kann. Mein Mann glaubt im Moment noch, dass es in ein paar Tagen alles wieder in Ordnung kommt und er ab nächste -spätestens übernächste Woche wieder arbeiten kann. Da mein Mann selbstständig ist und auch nur eine sehr kleine Firma hat muss ich nun irgendwie in nächsten Wochen versuchen - neben meinem eigenen Vollzeit-Job - die Firma am Laufen zu halten. Sonst wird es keine Firma mehr geben, wenn wieder arbeiten könnte. Hat noch jemand Tipps, was man unterstützend tun kann? Wie geht man mit den Stimmungstiefs (die sich zwar jetzt noch Grenzen halten, aber bestimmt noch massiv kommen werden) um? Jetzt werde ich mir noch ein bischen einlesen - und hoffe viele gute Tipps und Ratschläge. Grüße, Nic P.S.: wie sieht es mit den Reha-Kliniken aus? Kommt man direkt vom KH dahin und hat man Einfluss darauf welche Klinik? Gibt es in der Nähe (Ruhrgebiet) empfehlenswerte?
RE:Neu hier - und 1000 Fragen
hallo Katzenmama, erstmal Herzlich Willkommen hier im Forum. Die Frage, wie lange die ganze Geschichte dauern wird und welche Beeinträchtigungen bleiben werden, kann Dir zum jetzigen Zeitpunkt wohl niemand seriös beantworten. Wenn Du aus Bochum kommst, hast Du doch mit der Helios-Klinik in Hattingen-Holthausen eine ganz gute Reha-Einrichtung quasi vor der Haustür. Ich nehme mal an, dein Mann befindet sich bei den Neurologen im Bergmannsheil. Ich kenne die Klinik ganz gut, da ich dort viele Jahre gearbeitet habe. Frag doch einfach dort mal, mit welcher Reha-Klinik sie gute Erfahrungen haben. Ich hatte nach meinem Schlaganfall auch solche Stimmungstiefs. Mir hat eine vorübergehende Einstellung mit einem Antidepressivum sehr geholfen meine Energie in die Reha fließen zu lassen. Die Einnahme von Antidepressiva wird hier sehr kontrovers diskutiert. Auch da solltest Du Dich mit den Neurologen besprechen. Du kannst sehr wohl Einfluss auf die Auswahl der Reha-Klinik nehmen. Das Problem wird sein, welche Klinik in absehbarer Zeit einen Platz frei hat. Ich denke Du mußt dazu mal ein bißchen im Internet stöbern und dann mit der einen oder anderen Klinik telefonieren. Wenn Du Fragen hast, frag. LG Norbert
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Meine Erfahrung: man muss schon Verantwortung für sich selbst übernehmem und sich kümmern - wer sich auf andere verlässt, ist verlassen
RE:Neu hier - und 1000 Fragen
Hallo Norbert, vielen Dank für deine spontane Antwort. Mein Mann ist zur Zeit im Josefs-Hospital, da er Freitag zuerst bei unserem Hausarzt war und von dort aus dahin geschickt wurde.Bisher machen die aber dort einen ganz kompetenten Eindruck. Eine Reha in Hattingen wäre natürlich ausgesprochen praktisch. Ich bin ziemlich hin und her gerissen, im Bezug auf die Einschätzung der Situation. Auf der einen Seite bin ich natürlich froh, dass er keinerlei körperliche Beeinträchtigungen hat - glaube aber auch, dass die vermutlich besser (oder einfacher - oder schneller) therapierbar wären. Für mich ist es ein ganz eigenartiges Gefühl - er sieht aus wie immer, benimmt sich wie immer und sieht auch in keinster Weise "krank" aus. Nur wenn er seine Übungsblätter in die Hand nimmt (Abbildungen einfach Gegenstände mit den entsprechenden Begriffen darunter) - dann hat das ganze Kleinkind-Niveau. Also, was ich meine: ein zwei- bis dreijähriger könnte im Moment damit wohl mehr anfangen als mein Mann. Antidepressiva (oder "Stimmungsaufheller" wie sie es im KH nennen) wurden schon angesprochen und ich habe auch für den Einsatz plädiert, da man schon erwähnt hat, dass die nicht von jetzt auf gleich anschlagen und ich befürchte, dass mein Mann in ein extrem tiefes Loch fallen wird, wenn ihm die Zeitraum um den es letztendlich bis zur Genesung geht, bewusst wird. Jetzt werde ich erst mal abwarten, was die Logopädin morgen sagt und in wie weit ich selbst was für einen guten Rehaplatz tun kann. Ich möchte nämlich verhindern, dass mein Mann aus dem KH erst wieder nach Hause kommt, weil er hier defintiv nicht zur Ruhe kommen kann. Grüße, Nic
RE:Neu hier - und 1000 Fragen
moin Nic, wenn Du meinst Dein Mann käme zu Hause nicht so recht zur Ruhe, wäre ja vielleicht eine ein bißchen weiter entfernte Reha möglicherweise sinnvoll, damit er nicht so ohne weiteres nach Hause gehen kann, sondern sich ganz auf seine Therapien konzentrieren kann. Es ist schon eine ganz gute Idee, abzuwarten was die Logopädin sagt. Ist schon alle Diagnostik gelaufen? Hat schon ein Neuro-Psychologe Deinen Mann gesehen? Möglicherweise ist auch eine Vorstellung bei den Augenärzten im Knappschaftskrankenhaus Langendreeer ganz sinnvoll. Eine Echo-Kardiografie des Herzens und eine Doppler-Sonografie der Halsschlagadern werden sie ja schon gemacht haben. LG Norbert
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Meine Erfahrung: man muss schon Verantwortung für sich selbst übernehmem und sich kümmern - wer sich auf andere verlässt, ist verlassen
RE:Neu hier - und 1000 Fragen
Hallo Katzenmama, Norbert hat dir bereits sehr gute Infos gegeben, Mein LG bekommt auch ein Antidepressiva, ohne ginge es gar nicht. Du schreibst von den Übungsblättern, das hört sich nach globaler Aphasie an. Kann dein Mann noch Lesen und Schreiben? Wenn ja, hat dein Mann die Möglichkeit über eine Buchstabentafel zu kommunizieren. Aber warte erst einmal ab, die Logopädin wird da schon die richtigen Hilfsmittel finden. Was die Aphasie betrifft, das verläuft bei jedem anders. Mal sprechen die Betroffenen sehr schnell wieder, mal dauert es ein halbes Jahr, manchmal ist nach zwei Jahren kein Ende abzusehen. Jeder SA ist anders. Ich wünsche euch auf jeden Fall einen guten Verlauf, ganz viel Kraft und Geduld!
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Aufgeben? Niemals! Liebe Grüße Inka&Gaetano
RE:Neu hier - und 1000 Fragen
Hallo Katzenmama hast du notariell beglaubigte Vollmachten? Wenn nicht, beantrage sofort beim Amtsgericht eine Betreuung (Eilantrag wg. drohender Vermögensschäden. Sprich auch sofort mit deinem Steuerberater, Hausbank bei laufenden Krediten. Hilfe kannst Du auch bei der IHK oder Handwerkskammer bekommen. Kümmern ist leider notwendig auch wenn persönlich die Sorge um den Erkrankten im Vordergrund steht. LG und viel Kraft todatora
RE:Neu hier - und 1000 Fragen
Hallo Nic, die anderen haben bereits alles wichtig schon geschrieben. Von der Reha in Hattingen habe ich persönlich bisher nur gutes gehört! Antidepressiva sind fast schon ein Muss bei einem SA, denn die Stimmungstiefs werden kommen und es ist wichtig das er auf eines eingestellt wird. Wenn er es nicht brauchen sollte, kann man es später langsam wieder ausschleichen. Aber wichtig ist es,denn das Leben ist ein anderes nach einem SA - auch wenn es vielleicht nur ein Schuss vor den Bug war und sich alles wieder zurückbildet. Man muss sein Leben umstellen und das ist für keinen Menschen einfach. Wichtig fände ich ebenso wie auch Todatora schon geschrieben hat, dass du hoffentlich eine Generalvollmacht hast, falls nicht, beantrage die Betreuung, damit du überhaupt REchtsgeschäfte für deinen Mann erledigen kannst. Das ist nämlich nicht automatisch mit der Hochzeit getan - wie auch wir damals lernen mussten.Die Betreuung kannst du über das KH beim Amtsgericht beantragen. Meist helfen der Krankenhaussozialdienst oder die Klinikseelsorger dabei. Wenn die das in die Wege leiten, geht das auch schneller. LG Denise
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LG Denise ................................................................................................................................. Ich schreibe hier lediglich von meinen eigenen Erfahrungen, was nicht heisst, das diese zwangsläufig richtig sind, weder rechtlich noch sonst in irgendeiner Art. Mein Handeln und meine Erfahrungen beziehen sich ausschließlich auf unser Schicksal. Gebe ich Ratschläge, dann sind auch dies nur meine subjektiven Empfindungen oder Meinungen, denen keiner Folge leisten muss, wenn er sie nicht für richtig hält oder andere Ansichten hat. Ich persönlich sehe es eben so, je mehr Möglichkeiten, bzw. Ratschläge jemand bekommt, desto mehr Auswahl hat jemand, sich das Richtige "für sich" aus all denen herauszusuchen.
RE:Neu hier - und 1000 Fragen
Moin Nic, die Vollmacht heißt genau "Vorsorgevollmacht". Das Formblatt gibt es online, z.B. hier (http://www.coe.int/t/e/legal_affairs/legal_co-operation/family_law_and_children%27s_rights/Documents/Bundesministerium%20fur%20Justiz%20-%20Vorsogevollmacht_Austria.pdf) als PDF-Datei zum Runterladen. Du kannst alles zutreffende ausfüllen und Dein Mann muß es dann nur noch gegenzeichnen. LG Norbert
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Meine Erfahrung: man muss schon Verantwortung für sich selbst übernehmem und sich kümmern - wer sich auf andere verlässt, ist verlassen
RE:Neu hier - und 1000 Fragen
Bei dem Beratungsgespräch mit der Betreuungsrichterin, wies mich die Dame daraufhin, eine Vorsorgevollmacht zur Sicherheit notariell Beglaubigen zu lassen. Allerdings haben wir uns zur Betreuung entschieden.
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Aufgeben? Niemals! Liebe Grüße Inka&Gaetano
RE:Neu hier - und 1000 Fragen
Hallo Nic, ich sage einmal, das war mit Sicherheit ein Schlaganfall! Auch wenn der leicht war, so kann ein stärkerer folgen! Sicher schauen die Ärzte, was die Ursachen waren und da bleibe unbedingt dran! Solange die genaue Ursache nicht gefunden ist, kann das jederzeit wieder passieren und der Nächste kann auch tödlich enden! Das kann eine Thrombose gewesen sein, dann muss man das in Zukunft verhindern. Bei Arteriosklerose schaut das etwas anders aus, diese "Verkalkung" hat er, wenn sie einmal da ist und es kann jederzeit wieder passieren. Oft finden die Ärzte aber keine Ursachen und schieben es auf Stress zurück, was auch tatsächlich sein kann. Achtet also immer auf den Blutdruck!!! 120/70 ist ein normaler Richtwert, alles was höher ist, gehört behandelt! Könnt ihr die Firma nicht stilllegen? Das wäre eine Möglichkeit zumindest die Therapie stressfrei über die Runden zu bringen. Ich war/bin auch selbstständig und es geht auch ohne mich weiter, jeder ist ersetzlich! Das solltet ihr euch vor Augen halten. Liebe Grüße Manfred
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Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein |