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Forum - Man darf nie die Hoffnung aufgeben - die Geschichte meines Vater - Achtung lang
Man darf nie die Hoffnung aufgeben - die Geschichte meines Vater - Achtung lang
Hallo! Ich möchte euch allen hier etwas Mut machen, ich weiss was ihr alle gerade durchmacht, ich bin selber betroffen... Am 25.07. 2009 erlitt mein Vater eine Hirnblutung. Er kam nach Graz ins LKH auf die Intensivstation. Dann auf die normale Station, dann wieder intensiv, und dann kam er ins LSF weil er sehr verwirrt war und er konnte da nicht bleiben. Er hatte keine körperlichen Einschränkungen, konnte alles bewegen, nur litt er am "Durchgangssyndrom" was wir damals noch nicht wussten. Weil er davon gegangen wäre, kam er auf die geschlossene Psychiatrie, der Arzt meinte zwar er gehöre hier nicht her, aber es gibt keine andere Möglichkeit. Das war schrecklich.. Der Arzt meinte dann es dauert im Normalfall so ca. 6 Wochen bis die Verwirrtheit weggeht, aber bei ihm dauert es schon neun Wochen, also bleibt es so, und ich soll ein Pflegeheim suchen, ich war geschockt! Ich habe dann auch eines gefunden, in der Nähe meiner Arbeitsstelle, da es in meinem Heimatort kein geeignetes gab.. Am Montag und Dienstag hatte ich mir frei genommen, bin kurz weggefahren, dann ruft mich am Dienstag meine Kollegin an und sagt, du rate mal wer angerufen hat? Hm.. keine Ahnung. Sagt sie: Dein Papa, und hat ausrichten lassen, dass er auf die Reha Station gekommen ist. Ich konnte das gar nicht glauben, wie ich ihn gefragt habe wo ich arbeite, hat er gemeint in der Trafik.. Bin natürlich sofort rein.. Er war wieder vollkommen klar, konnte sich aber an die 2 Monate nicht mehr erinnern.. Auch egal, wir haben ihm grob alles erzählt, und meine Mama und ich waren wieder total happy als er wieder daheim war. Auf einmal kamen dann eptileptische Anfälle, die mussten mit Medikamten eingestellt werden, aber hat noch nicht so richtig funktioniert.. Die Rettung war bei uns schon zu Gast, alles 2-3 Wochen, er musste zur Beobachtung bleiben, und konnte am nächsten Tag heim. Am 25.07.2010 - am gleichen Tag ein Jahr später, bin ich nach Arbeit zu meinen Eltern gefahren, das war ein Freitag. Mein Papa hat zu mir gesagt, am Sonntag gehen wir essen, da feier ich meinen 2. Geburtstag. Er war super gelaunt, und bin dann nach Hause. Eine halbe Stunde so um sieben, hat meine Mutter angerufen, und ich wusste dass wieder was passiert war. Die Rettung hat ihn mitgenommen, und ich bin wie immer nachgefahren. Ich dachte mir, wieder ein ept. Anfall, und er könne am nächsten Tag wieder heim. Aber leider nicht.. Mir ist es komisch vorgekommen, dass ein Haufen Ärzte rum gestanden sind, als ich mal kurz reingeschaut habe.. Dann ist einer rausgekommen, und hat mir gesagt, dass der Papa einen schweren ept. Anfall hat, wo Wasser in die Lunge gekommen ist, er ein Lungenödem hat, und dass er auf Intensiv kommt und beatmet wird. Ich habe dann draussen gewartet, bis der Arzt kommt und der hat mir beinhart gesagt: Also, das Herz ist schwach, die Medikamente greifen nicht, er lebt noch ungefähr 2-3 Stunden... Bumm, Tür zu und hat mich stehen gelassen. Ich hab geheult, geschrien, mein Freund hat mich von dort weggezerrt... Dann hab ich meine Mama angerufen, die gedacht hat, er kommt morgen sicher wieder, dass er die Nacht nicht überleben wird, und dass ich sie abhole. Wir sind dann um 11 h am Abend auf die Intensiv... Das war der schlimmste Augenblick meines Lebens.. Die Nacht war ein Horror, man hat immer Angst, das Telefon läutet... Um 13:00 bin ich dann mit der Mama ins Krankenhaus, sie ist reingegangen, und das hat (für mich) ewig gedauert bis sie wieder kommt. Sie kommt dann raus, und ich frag sie, und wie gehts ihm? Sagt sie frag ihn doch selber.. Hm? Ich ging dann rein, sass er dort, schaute mich an, Beatmungsgerät war weg, mir liefen die Tränen nur so runter vor lauter Freude! Er kam dann nach ein paar Tagen wieder nach Hause, die Ärzte meinten er hatte ein Riesenglück! Irgendwann wurden die richtigen Medikamente gefunden, und es wurde wieder ruhig. Er arbeitete zuhause, hat das Tor noch zusammengeschweisst, ich hab inzwischen auch schweissen von ihm gelernt, obwohl ich im Büro arbeite, hat mich das immer fasziniert.. Jeden Samstag haben wir dann irgendwas gemacht.. Es war einfach nur schön, und wir waren sehr glücklich dass alles gut ausgegangen ist. Bis zum 02. Dez. 2012: Da ich einen ziemlich stressigen Job habe, gehe ich jeden 2. Freitag in die Sauna, und einfach etwas zu entspannen. Aber an diesem Freitag hat das irgendwie nicht funktioniert.. Ich wollte nicht lesen, konnte nicht schlafen, war einfach unruhig.. War noch zu Mittag bei meinen Eltern, der Papa hat mein Auto repariert, hatte früher frei.. Nehm normale mein Handy nicht mit, aber nahm es mit und schaltete auf lautlos... Um halb 6 hab ich mal nachgeschaut, war es meine Mutter... mit 3 Anrufen, ich ahnte nix gutes, weil ich sie ja wusste dass ich in der Sauna bin.. Ich rief dann zurück, und sie meinte der Papa wurde mit der Rettung abgeholt, er hat noch seinem Freund geholfen beim Holz schneiden, dann kam er zurück und redete so undeutlich, die Rettung ist dann gleich wieder nach Graz.. Wir sind dann hinterher, ich dachte vielleicht ein leichter Schlaganfall, war aber nicht wirklich beunruhigt, dann der Schock: Er liegt intensiv mit wieder einer Hirnblutung. Ich war fertig hab nur noch geheult... Aber er war ansprechbar, leider hatte es ihn diesmal auch körperlich erwischt. Nach etwa 2 Wochen kam er auf die normale Station, und dann wurde mit der Reha begonnen. Er war wie beim 1. Mal verwirrt, konnte nicht gehen, das hat so weh getan, ihn so zu sehen. Dann wurde eine Magensonde gelegt. Ich hatte ja gottseidank 3 Wochen Urlaub, und bin auch jedesmal bei der Physiotherapie und anschließend bei der Ergotherapie dabei gewesen. Einen Tag vor Silvester sagte die Therapeutin, die nächsten paar Wochen werden sie sitzen üben, war er die linke Seite gar nicht wahrgenommen hat... Die linke Hand konnte er auch nicht bewegen... Ich fuhr dann über Silvester nach Ungarn, und besuchte ihn dann am Montag als ich wieder da war.. Ich habe gewinkt, und er hat zurück gewunken, mit der linken Hand!! Am nächsten Tag bei der Therapie, konnte er sich selber vom Rollstuhl aufs Bett setzen, die Therapeutin hat auch gemeint, das ist ein Wahnsinn! Auf einmal ist das alles gegangen.. Er ging dann auch schon die ersten Schritte, auch der Katheter war weg.. Dann wurde ich krank, mir ging es auch psychisch sehr schlecht, hab mir Medikamente vom Arzt geholt, stand kurz vor dem Zusammenbruch, dass ich 3 Tage nicht bei ihm war, und freute mich natürlich ihn am Mittwoch wieder zu sehen.. Sein Bett war weg und die Schwester sagte er ist zu einer Untersuchung... ok, ich hatte irgendwie ein komisches Gefühl.. Er kam dann mit dem Bett, Katheder wieder dran, Sauerstoff, dann ist ein Arzt gekommen und hat gesagt, dass er einen ept. Anfall hatte und Wasser in die Lunge bekommen hat. Am nächsten Tag kam er auf die Intensivstation, aber gottseidank am Samstag wieder auf die normale Station.. Im Moment ist es so, dass er noch immer die Sonde hat, er bekommt das Essen statt in die Speiseröhre in die Luftröhre, und darf nur mit Logopädin essen. Gestern war er das erste Mal ein paar Stunden daheim, darüber hat er sich sehr gefreut. Er hat zwar noch den Rollstuhl, aber er geht schon fast ohne Hilfe, geh halt immer mit, dass nix passieret. Er ist jetzt mittlerweile schon geistig ziemlich klar. Also an alle die in einer ähnlichen Situation sind, man darf die Hoffnung nie aufgeben! Ich wünsche allen ganz viel Kraft, die das gleiche oder etwas ähnliches erleben. Liebe Grüße Moni
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