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Forum - Erfahrungs und Verarbeitungsbericht eines Angehörigen
Erfahrungs und Verarbeitungsbericht eines Angehörigen
Hallo zusammen
Ich schreibe um ein wenig Erfahrungsaustausch zu betreiben. Ich bin mit dem Schicksal vor 3 Jahren konfrontiert worden, im Alter von 18 aber lest selbst.
Ich bin zwar nicht direkt von dieser schweren Krankheit betroffen, jedoch habe ich als direkter Angehöriger auch noch 3 Jahre nach dem Aneurysma mit der Situation meiner Mutter zu kämpfen
RE:Erfahrungs und Verarbeitungsbericht eines Angehörigen
Hallo, ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich bin auch Angehörige und Tochter und es ist meine Mutter. Habe genau gestern auch mal von meiner Seele hier geschrieben, nur ein Bericht vor Dir. Ich habe auch das gleiche Gefühl wie du in Bezug auf Pflegeheim, aber es gibt im Augenblick keine andere Möglichkeit. Aber dann kommt immer wieder die Frage: "ist es wirklich so?", "gibts nix anderes?". Das macht mich total fertig. Ich hoffe auch das wie bei dir, meine Mom wieder mal raus kann.
Kopf hoch....
RE:Erfahrungs und Verarbeitungsbericht eines Angehörigen
Hallo zusammen, das Pflegen gehört wohl zu den schwierigsten Dingen im Leben eines jungen Menschen. Man braucht Zeit, Geld und Helfer. Für viele stellt sich die Frage aus Pflichtbewusstsein und Liebe zu einem Menschen. Es ist möglich, wenn man auf ein eigenes Leben verzichten kann/will. Junge Menschen bauen ihr Leben erst auf, gründen selber Familien und möchten Kinder. Wie soll man das unter einen Hut bringen, wenn man dazu über diese Krankheit "Schlaganfall" gar nichts weiß. Irgendwer bleibt auf der Strecke, wenn man nicht das Glück hat, finanziell so abgesichert zu sein, dass alles machbar ist. Meiner Frau hat jeder Arzt abgeraten, mich zu pflegen und doch hat sie es gemacht, sie war für mich, unsere Tochter und auch für ihre Eltern da. Ihr eigenes Leben stellte sie ganz hinten an und heute ist sie eine Oma, deren ganze Liebe den Enkeltöchtern gehört. Sie hat mir ermöglicht, wieder ein selbstständiges Leben zu führen, aber unsere Liebe und unsere gemeinsamen Lebensträume blieben auf der Strecke. Das hat sich in unserem Leben geändert und auch das bewältigen wir, denn jetzt bin ich wieder so weit, dass ich mithelfen kann, das umzusetzen. Wie verrate ich Euch in einer PN. Liebe Grüße Manfred
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Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein
RE:Erfahrungs und Verarbeitungsbericht eines Angehörigen
Ich kann sehr gut verstehen, daß du, 18 Jahre jung, dich zunächst mal entschieden hast, dein Leben zu leben. Ich denke, du warst mitten in deiner Ausbildung, die ja, speziell für einen Mann, sehr, sehr wichtig ist. Das Leben, das Arbeitsleben liegt ja noch vor dir. Daß du nun aber dich um deine Mama kümmerst, finde ich sehr gut. Sis hat dir sicher viel gegeben, als sie noch gesund war. Warum denkst du, du hättest drei Jahre einen an der Waffel gehabt ? Du warst hin und her gerissen, ob das, was du gemacht hast, richtig war. Du schreibst, es wird jetzt besser. Liegt es vielleicht daran, daß du dich entschieden hast, für deine Mutter da zu sein ? Wünchen möchte ich dir viel Kraft für das, was du machst, deiner Mutter alles Gute.
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Viele Grüße Klaus
RE:Erfahrungs und Verarbeitungsbericht eines Angehörigen
Hallo Klaus, ich finde es auch super das Du deiner Mutter noch die Chance gibst, sich wieder ins normale Leben einzufinden mit Einschränkungen. Das Du dich hinten an stellst mit deinen jungen Jahren, HUT AB! Leider habe ich auch die Erfahrung, nach Reha im Pflegeheim bauen die meisten nur ab, aber nichts mehr auf. Sie geben sich auf. Viel Glück weiterhin Monchi
RE:Erfahrungs und Verarbeitungsbericht eines Angehörigen
Hallo! meine Mutter war auch in Hattingen. Sie war in den Helios-Kliniken. Allerdings ist meine Mutter wesentlich älter. Sie ist jetzt 74 Jahre als. Sie hatte einen SA nach einem langem Krankheitsverlauf bekommen. Kurzum ich habe sie durch 10 Kliniken in 1,5 Jahren begleitet. Da mich die Neurologen der Klinik eindringlich gewarnt hatten, sie nach Hause zu holen, musste ich sie in ein Pflegeheim geben. Allerdings muss ich sagen, dass ich das Gefühl habe, dass sie sich wohl fühlt. Ihr tun die Sozialkontakte gut. Das Pflegepersonal ist freundlich und lieb. Allerdings laufen wenig Therapien. Ich habe den Vorteil, dass ich nur über die Straße zu ihr gehen kann. Ich hoffe natürlich immer noch darauf, sie eines Tages nach Hause zu holen, aber ich glaube, dass ich mich so langsam von diesem Gedanken lösen muss. Denn sie wird nicht jünger. Erst einmal lassen wir die Zeit arbeiten. Toll finde ich, dass Du dich so um Deine Mutter kümmerst. Dass Du das Gefühl hast, allmählich "einen an der Waffel" zu haben, kann ich nachvollziehen. Alles Gute
RE:Erfahrungs und Verarbeitungsbericht eines Angehörigen
Mit Knall weg, mein ich, dass ich dadurch ein psychologisches Problem der dickeren Sorte bekommen habe. Aufgrund meiner Verlustangst hab ich dann auch meine Freundin verloren. Wie gesagt. Rat an jeden Angehörigen: Lasst euch beraten, erst recht wenn ihr solch grosse Verantwortung wie Betreuung ect übernehmt;)
RE:Erfahrungs und Verarbeitungsbericht eines Angehörigen
hallo seelige meinen aller höchsten respeckt. lg maigloeckchen
RE:Erfahrungs und Verarbeitungsbericht eines Angehörigen
hallo seelige Ich weiß nur zu gut wovon du sprichst und wie es in dir aussieht. Auch ich habe durch die Pflege mit psychischen Problemen (Deppressionen) zu kämpfen .Ich habe ähnlcih wie du mit Ängsten zu tun und stelle mir oft die Frage "was kommt in Zukunft noch auf mich zu?. Packe ich alles?. Ich muß dazu sagen, ich pflege 2 Personen in unserem Haus.Seit 2001 meine Schwiegermutter (86) ,nach einem Schlaganfall ist sie halbseitig gelähmt und bettlägerig. Seit einem erneuten Schlaganfall April2010 hat sie zusätzlich noch Sprachstörungen. Im Januar 2010 hatte mein Mann (50) mehrere Schlaganfälle kurz hintereinander. Er ist seitdem auch halbseitig gelähmt, mit spastiken.rechts und links, ist komplett bettlägerig, seine Sprache hat er ganz verloren und zusätzlich Probleme mit seinem Sprachverständnis . Inzwischen nach mehreren Monaten Lögopädie kann er kurze Worte , wie "danke, ja .nein, gut",sagen.Auch seine Panikattaken ,(wenn ich kurz aus dem Haus gehe,) haben sich schon etwas gebessert. Es ist für mich schon ein riesiger Fortschritt. In der Reha hatte er sich vollkommen aufgegeben (Er war in Bad Tennstedt). Inzwischen lächelt er schon mal wieder. Aber wie gesagt auch ich habe durch die Pflege psychische Probleme. Ohne psychologischen Rat und Hilfe glaube ich würde ich es nicht packen meine Situation zu meistern. Ich habe durch die Pflege nicht nur psychische, sondern inzwischen auch körperliche Probleme (Luftnot, Gelenkprobleme) bekommen. Inwischen habe ich begriffen ,daß ich auch Freiräume für mich schaffen muss .um nicht selbst auf der Strecke zu bleiben und auch mal abschalten zu können. Zum Glück unterstützen mich dabei meine Tochter (ist zur Zeit noch in Berufsausbildung) und meine zukünftiger Schwiegersohn, damit ich mir auch mal diese Freiräume nehmen kann. Ich wünsche dir noch recht viel Kraft und alles Gute für dich und deine Familie. Gruß orchidee
RE:Erfahrungs und Verarbeitungsbericht eines Angehörigen
Hallo Selliger, erst mal Respekt dafür, dass du in so jungen Jahren solch eine Verantwortung übernommen hast. Und dich mit dem Thema auch so intensiv beschäftigt hast. Ich denke du warst einfach noch zu jung, um all dies allein zu schultern. Schon allein die Betreuung für die eigene Mutter zu haben, ganz allein, find ich gruselig. Meine Ma hatte Ende 2010 einen Schlaganfall. Es kam auch so ein Richter vom Amtsgericht und sagte er müsse einen Betreuer bestimmen. Wir (mein Dad und Ich (selbst, sehr viel älter als du heute)) wollten beide nicht allein die Verantwortung tragen. Wir haben uns damals entschlossen uns beide gleichberechtigt eintragen zu lassen. So mussten/konnten wir jede Entscheidung gemeinsam treffen. Das mit der Pflege zu Hause ist so eine Sache. Das kann sich zeitlich nicht jeder leisten und das kann auch körperlich nicht jeder leisten. Mein Vater arbeitet noch. Ich arbeite auch ganztags. Aber für uns stand von Beginn an fest, Mama kommt nach Hause. Wir waren aber auch zu zweit und wie sich später zeigte zu ganz Vielen (meine Ma hat 5 Schwestern und einige Nichten und Neffen die alle geholfen haben). Notfalls hätte wohl ich meinen Job aufgegeben müssen aber dazu kam es nicht. Die erste Frage im Krankenhaus und die erste Frage in der Reha lautete immer wieder, soll sie denn nach Hause. "Ja! Auf jeden Fall.". Ich merkte auch, dass das irgendwie nicht gern gehört wurde, aber darüber haben wir nicht diskutiert. Obwohl man fast geschockt reagierte. Erst daraufhin nahmen sie überhaupt auf, was sie denn alles wieder können muss, um zu Hause leben zu könnne. Laufen und Treppensteigen stand ganz weit oben auf der Agenda. Meine Mutter erholte sich relativ schnell. Nur der rechte Arm und die Sprache sind heute das Problem. Als sie nach Hause kam konnte sie natürlich noch nicht allein sein. Da hat meine Tante ihren Mini-Job aufgegeben. So konnten mein Vater und ich weiter arbeiten und meine Mutter war in besten Händen. Wir sind eigentlich nicht die Typen, die andere um Hilfe bitten, aber in solchen Situationen sollte man sich Hilfe suchen und auch annehmen. Aktiv. Bitte Familie, Bekannte und Freunde, wenn nötig hol dir professionelle Unterstützung. Man sollte da nicht nur allein durch müssen. Ich arbeite auch immer noch daran, Hilfe anzunehmen. Meine Ma ist übrigens auch erst zu Hause richtig aufgeblüht. Gute Entscheidung. |