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Forum - Erblindung nach Schlaganfall
Erblindung nach Schlaganfall
Mein Vater hat Anfang 2010 innerhalb kurzer Zeit 2 Schlaganfälle erlitten, die fast zur kompletten Erblindung geführt haben. Wer hat Ähnliches erlebt und kann mit Erfahrungsberichten, Tips zur Reha usw. weiterhelfen?
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »schwarz« (22.03.2010, 12:13)
RE:Erblindung nach Schlaganfall
Hallo Schwarz, mein Mann war nach massiver Stammhirnblutung auf dem einen Auge blind, hatte da auch keinen Lidschluß mehr, auf dem anderen Auge hatte er noch eine Restschärfe von 10%, er hatte Doppelbilder und Nystagmus, den Nyastagmus konnte man mit Medikamenten beheben, die Doppelbilder wurden besser im Laufe der Zeit. Was möchtest Du wegen der Reha wissen? LG Arnika
RE:Erblindung nach Schlaganfall
Hallo Arnika, wie lange hat es denn gedauert, bis die Doppelbilder besser wurden? Und hat sich die Restsehschärfe auf dem einem Auge erholt/verbessert? Mein Vater ist auf dem linken Auge fast komplett blind und auf dem rechten Auge ist das Sehfeld extrem eingeschränkt (25%). Das, was er dort noch sieht sieht er scharf. Laut seinen Aussagen kann er aber keine kontinuierliche Verbesserung oder Verschlechterung feststellen. Es gibt Tage, wo die Bilder stabiler sind und dann, so wie im Moment, ist das Sehfeld aus vielen Mosaikbildern zusammengesetzt, die wild durcheinander tanzen. Hat Dein Mann eine Reha gemacht und wenn ja was für eine? Mein Vater ist der Meinung, dass er nur eine Reha benötigt, die auf die Augen spezialisiert ist. So eine Klinik gibt es aber wohl nur in Thüringen und die haben angeblich sehr lange Wartezeiten. Das bei ihm aber auch die Motorik ganz leicht betroffen ist und er im Moment psychisch total labil und mit allem komplett überfordert ist, sieht er nicht. Meiner Meinung nach würde ihm eine Reha helfen die auch darauf hinzielt zu lernen, mit der Behinderung umzugehen. Viele Grüße Ch.Schwarz
RE:Erblindung nach Schlaganfall
Hallo Schwarz, mein Mann hat eine neurologische Frühreha gemacht, da bei ihm alles betroffen war, nicht nur die Augen. Die Sehschärfe hat sich nicht verbessert, die Doppelbilder wurden nach 2 Jahren besser, die Hirnnerven waren bei meinem Mann zu stark geschädigt. Das alles wurde erst in der Reha entdeckt, in den Akutkliniken hat sich niemand die Mühe gemacht die Sehfähigkeit zu kontrollieren, auch ich habe das nicht bemerkt, habe mir da lange Vorwürfe gemacht......Versuche einen wirklich guten Augenarzt zu finden, was nicht leicht ist, bei uns hat das länger gedauert, aber er hat meinem Mann dann viel geholfen, er hat das Auge ohne Lidschluß so operiert, daß das Auge dann fast geschlossen war, vorher war es ständig schlimm entzündet. Mein Mann bekam täglich ein Antidepressivum, ohne dem hätte er seinen Zustand nicht ausgehalten, er konnte außer klar denken, nichts mehr. LG Arnika Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Arnika« (23.03.2010, 14:10)
RE:Erblindung nach Schlaganfall
Hallo Arnika, dass lässt ja nur begrenzt hoffen. Wo war Dein Mann denn in der Reha und bei welchem Augenarzt habt ihr euch dann so gut aufgehoben gefühlt? Zum Glück ist mein Vater geistig und motorisch (bis auf kleine Einschränkungen) noch voll da. Auch ist er, was die Augenproblematik angeht, recht gut versorgt worden ... glaube ich zumindest, da die Krankenhäuser in denen er behandelt wurde in Bezug auf die augenärztliche Versorgung auch über Hamburgs Grenzen hinaus einen sehr guten Ruf geniessen. Aber die Nachsorge ist praktisch nicht vorhanden und im Moment wird von einem Arzt zum nächsten gerannt, was nicht nur anstrengend sondern auch unglaublich unbefriedigend ist. Ich wünsche Ihnen und ihrem Mann ganz viel Kraft diese veränderte Lebenssituation zu meistern. Herzliche Grüße, schwarz .
RE:Erblindung nach Schlaganfall
Hi, ich hatte im Julie einen SA. Seitdem habe ich einen Gesichtsausfeld (zu Glück nur der 3. Quadrant bei beiden Augen. Meine Reha war in Beelitz-Heilstätten. Dort wurde auch trainiert mit den Augen. Das man es ausgleichen kann,, wie man das bei ihm sagen kann weiß ich jedoch nicht. Ich würde dir möglichst schnell empfehlen einen Akupunkur-Arzt aufzusuchen. Da desto früher was dabei gemacht wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass es vllt doch wieder was wird. Bei mir habe ich leider sehr spät damit angefangen (halbes Jahr). Aber ich kann sagen, dass ich schön das gefühl hab doch mal kurz was zu sehen. (muss ich aber selbst bezahlen) Ebenfalls wurde mir non einen guten Augenarzt gesagt, das vllt zwischen dem 1 und dem 2 Jahr etwas verbessert. Eine Garantie gibt es dafür jedoch auch nicht. Und noch etwas, in Magdeburg gibt es eine Klinik, die eine Augentherapie anbietet von zu Hause aus. Man hat die Möglichkeit sich kostenlos zuinformieren:
LOW VISION Wolfgang Grundler (Staatlich geprüfter Augenoptiker/Augenoptikermeister; Dipl.-Psych.) Dorthee Schlüter (Staatlich geprüfte Augenoptikerin, VRT-Therapeutin, NovaVision) Visuelle Restitutionstherapie Wiederherstellung von Sehfunktionen durch Sehtraining Allgemein bezeichnet der Begriff Low Vision ein vermindertes, individuelles Sehvermögen, das durch Brillen, Kontaktlinsen oder medizinische Behandlungen nicht korrigiert oder verbessert werden kann. Betroffene werden in der Regel von spezialisierten Augenoptikern mit vergrößernden Sehhilfen versorgt, die Hilfestellung zur Bewältigung von Alltagsaufgaben geben. Die Bestimmung des Visus ist entscheidend bei der Auswahl dieser Hilfen, da sich daraus der zu erwartende Vergrößerungsbedarf errechnet. ¦ Schädigungen des Gesichtsfelds lassen sich nicht durch Visus-Bestimmungen erfassen Es gibt jedoch Sehstörungen, die nicht in dieses klassische Versorgungsschema passen. Trotz unauffälliger zentraler Sehschärfe können erhebliche Sehbehinderungen vorliegen, die auf Schädigungen peripherer Gesichtsfeldbereiche beruhen. Nach Schädigungen der Sehbahn zwischen Netzhaut und Gehirn (z.B. Sehnervatrophie) oder des Sehzentrums im visuellen Cortex (z.B. durch Schlaganfall, Tumor, Schädel-Hirn- Trauma) ergeben sich Gesichtsfelddefekte, die durch die Lokalität der Schädigung bestimmt sind. Diagnostiziert werden Gesichtsfeldausfälle durch perimetrische Verfahren. Bei diesen Verfahren müssen Patienten bei zentraler Fixation auf peripher dargebotene Lichtreize reagieren. Die Genauigkeit der Messverfahren ergibt sich aus der Anzahl der dargebotenen Lichtreize. ¦ Arten von Gesichtsfeld- ausfällen Prächiasmatische (vor der Sehnervenkreuzung befindliche) Schädigungen der Sehbahn führen zu monokularen Beeinträchtigungen oder zur Blindheit eines Au- Abb. 1: Beispiel einer klassischen Perimetrie vor (A) und nach (B) der Therapie (Humphrey-Perimeter): 120 Testreize am besten im Internet mal nach schauen wegen der Adresse. Telefonisch reicht, schicken es dir dann nach Hause.
So ich konnte grade ein wenig helfen.
lg franzi
RE:Erblindung nach Schlaganfall
Hallo Schwarz, mein Bruder hatte Anfang 2007 mit 40 JAhren einen SA, welcher u.a. zunächst eine sog. kortikale Blindheit zur Folge hatte. Er hatte dann große Gesichtsfeldausfälle und konnte nur einen ganz kleinen Ausschnitt des Sehfeldes fokusieren. So konnte er z.B. nur in der Form lesen, dass er jeden einzelnen Buchstaben erfassen und sich so das jeweilige Wort zusammensetzen musste. Er hat insgesamt zwei Therapien bei Nova Vision absolviert und geht seit ca. 2 Jahren zu einer Oktometristin. Die Gesichtsfeldausfälle sind zwar noch da, sind aber kleiner geworden. Mein Bruder sagt, dass es immer durchsichtiger wird. Andererseits beklagt er, dass es immer dunkler werde, doch sagt er das bereits seit ca. 1 1/2 Jahren, so dass ich mal zu ihm gesagt habe, dass er seinen Angaben zufolge bei ihm eigentlich "zappenduster" sein müsste, woraufhin er nur lachte. Er ist noch immer schwer sehbehindert, kann aber wieder lesen, am PC arbeiten und insbesondere fernsehen, was bis vor 3-4 Monaten noch nicht möglich war. Ich bin kein Arzt und habe keinerlei Ahnung, doch nach den Erfahrungen, die mein Bruder gemacht hat und macht, kann ich sagen, dass sich "kämpfen" offensichtlich lohnt. Nova Vision kann ich aufgrund der guten Erfahrungen nur empfehlen, wobei man eine gehörige Portion Selbstdiziplin und eine noch größere Portion Geduld braucht. Alles geht nur sehr sehr langsam, doch bei meinem Bruder ist der SA jetzt über drei Jahre her und es tut sich immer noch was im Hinblick auf die Sehfähigkeit, was meines Erachtens nur darauf zurück zu führen ist, dass er diese Therapie bei Nova Vision gemacht hat und sich nach wie vor bei der Oktometristin in Behandlung befindet. Sorry, jetzt ist die Antwort länger geworden, als ich eigentlich wollte! :-) Viele Grüße Foso |